Der Osmund-Ofen.
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thum. In der Weise steckt er so viele Stellen ab, als er während desWinters zu verarbeiten gedenkt. Ist dann das Eis stark genug gewor-den, so macht er ein etwa 3 Fuss im Durchmesser weites Loch an deräusseren Grenze seines Feldes und lässt durch dasselbe auf den Bodendes Sees ein Sieb, welches aus einem an einer langen Stange befestigtendurchlöcherten Eisenblech besteht. Dann sammelt er das Erz vermittelsteines eisernen Rechen von etwa 2 Fuss Breite, welcher gleichfalls aneiner Stange befestigt ist, zu einem Haufen und füllt mit einem anderennur 6 Zoll breiten Rechen das Sieb, welches nun heraufgezogen und aufdie Eisdecke ausgeleert wird. In diesem Zustande ist das Erz mitSchlamm, Thon und Sand gemischt, und um es davon zu trennen, wirdes in ein zweites Sieb gebracht, welches 2 bis 3 Zoll unter die Ober*fläche des Wassers gesenkt wird und dort eine schüttelnde Bewegung er-hält, wodurch die Unreinigkeiten durch die Löcher gehen, während dasErz verhältnissmässig rein zurückbleibt. Zwei Leute vereinigen sich ge-wöhnlich zu dieser Arbeit, einer ist mit dem Sammeln des Erzes, derandere mit dem Waschen desselben beschäftigt. Kommt das Erz ziem-lich reichlich vor, so pflegt ein Mann von 10 bis zu20Ctr. täglich zu sam-meln; aber das hängt natürlich nicht allein von der Geschicklichkeit desArbeiters, sondern auch von der Art des Erzvorkommens und der Be-schaffenheit des Seebodens ab. Diese Erzfischerei wird während desgrössten Theils des Winters in Smäland in ausgedehntem Maasse vor-genommen.
Die Erze, die wie gesagt ursprünglich für diein dem vorliegendenCapitel beschriebene Art der Eisenerzeugung gesammelt wurden, bildennoch heutigen .Tages eine nicht unwichtige Grundlage der Roheisendar-stellung, wie die S. 421 mitgetheilte statistische Tabelle zeigt.
Nach dieser Abschweifung kehren wir zum Betriebe der Osmund-schmelzerei zurück. Das Erz, nachdem es an der Luft getrocknet wor-den, wurde in Haufen geröstet, wobei Holz als Brennmaterial diente-Die Röstung war in zwei Tagen vollendet. Das geröstete Erz wurdemit Holzkohlen verschmolzen, und dieselbe Folge von Operationen, wel-che nun schon ausführlich beschrieben worden ist, nahm ihren Verlauf.Der Deul war hinreichend rein, um sofort in verschiedene Waaren aus-geschmiedet werden zu können; während jedes Eiseustück, welches nachdem Herausholen des Deuls zurückgelassen ward, sich so unrein zeigte,dass es nöthig war, es einer abermaligen Erhitzung zu unterwerfen unddie Unreinigkeiten durch kräftigeres Hämmern auszutreiben ').
Es konnten nicht mehr als 30 Ctr. wöchentlich in einem solchenOfen producirt werden, und bei der Weiterverarbeitung des Osmund oderDeuls hatte man einen Verlust von 33 bis 50 Proc. Es ist besonders
Ut autem, si qme residuie sint, impuriores adeoque inutiles particuhe for-tiori Vulcani ministerio expellerentur, alteri coctioni eadem destinabatur quantula-eunque moles. Op. cit. p. 119.