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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Grateau gefunden, welcher einen langen Aufsatz über die Darstellungvon Gussstahl nach Chenots Methode geschrieben hat 1 ).

Wir ersehen daraus, dass Adrien Chenot 1822 die ecole des mineszu Paris verliess und 1823 die ersten Versuche nach seinem Systemmachte, wozu er die Idee bereits während seines Studiums gefasst hatte.1831 errichtete er einen Ofen in grossem Maassstabe für die Darstellungvon Eisen direct aus Erzen. Zwischen dieser Zeit und 1834 machte erzahllose Versuche jeder Art. 1846 finden wir Chenot zu Clichy-la-Ga-renne undvon da an betrat» er den Pfad, welcher ihn zum Erfolgeführte. Nach neuen Versuchen, die Chenot zu Clichy und in Ariegevon 1852 bis zu seinem 1855 erfolgenden Tode ausführte, erhielt er eineReihe von Patenten, welche, wie der Biograph sagt, zu der Einbürgerungdieser Methode als einem regelmässigen Fabrikationszweig für Stahl führte.Hier soll nur die Methode der Darstellung von Eisen direct aus demErze beschrieben werden, weil die nachfolgende Kohlung dieses Eisenszu Stahl nicht mehr als directe Methode bezeichnet werden kann.

Nach Grateau sind folgende Werke zur Ausführung des Chenot-schen Processes errichtet worden: Zu Baracaldo, bei Bilbao, in Spanien,1852; zu Clichy-la-Garenne, bei Paris, 1855; zu Couillet, bei Charleroiin Belgien, 1856, zu Pontcharra (Isere) 1856, und zu Hautmont (Nord),in Frankreich, 1857.

Damals stand die Errichtung von russischen Werken gleichfalls inAussicht. Die Beschreibung ist nach Grateau dem zu Hautmont ge-führten Betriebe entnommen.

Vorausgesetzt, das Erz ist genügend rein, sei es in Folge seines na-türlichen Vorkommens, sei es durch Aufbereitung, so wird es, falls esmassig vorkommt, in Stücke von etwa 30 Cubikcentimeter zerbrochen,falls es pulverförmig vorkommt, wie z. B. bei oolithischen Erzen, durchCompression, zum Theil unter Zufügung von reducirenden Substanzen,z. B. 3 Proc. Harz verdichtet; nach solcher Vorbereitung wird es mitmehr Holzkohle gemischt, als zur Reduction des gesammten Eisen-oxydes gehört. So wird für die Praxis ein Erz von 55 Proc. Eisen mit1 */ 4 bis 1(4 seines Volumens an Holzkohle, d. h. 190 GewichtstheileHolzkohle auf 1000 Theile Erz vermengt. Hiermit wird der Reductions-ofen beschickt.

Dieser Ofen besteht aus einem gemauerten kubischen Fusse, darauferhebt sich ein abgestumpfter Kegel von elliptischem Querschnitt. ZweiGänge oder Gallerien durchschnei'den den Fuss unter rechten Winkeln,so dass vier Pfeiler entstehen, welche die Ecken einehmen. Hierauf ruhenGewölbe, welche die Feuerungsroste tragen. Innerhalb sind zwei recht-eckige verticale Kammern oder Retorten angebracht, 2 Meter lang, 0,50Meter breit und 8,50 Meter hoch. Unter der Hüttensohle befindet sichgerade darunter ein Schacht, welcher den Entleerungsapparat aufnimmt.

J ) Revue Universelle. Paris et Liege. 4. Livraison. 1859. pp. 1 62.