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Schmiedbares Eisen aus Erz.
Holzkohle verwendet. In die Generatoren wird Luft von */2 Zoll Queck-silber Pressung geblasen, und dadurch ein an Kohlenoxydgas reicher Gas-strom erhalten, welcher aufwärts durch die Erzsäule in die Reductions-kammer streicht, an deren oberem Ende er mit der charakteristischenblauen Flamme herausbrennt, es sei denn, dass gelegentlich das ver-dampfte Wasser aus dem Erze eine Störung hervorbringt. Man hat mitErfolg diese abgehende Flamme zur vorläufigen Trocknung des Erzesverwendet. Der Druck des Gases muss so hoch gewählt werden, dasses in geringer Menge aus dem Boden ohne Selbstentzündung ausströmt,sich aber leicht durch ein Streichholz anzünden lässt; sonst könnte Luftim Ueberschuss zu dem reducirten Erze treten und es von Neuem oxydiren.
To u rang in hat eine Aenderung dieser directen oder innerlichenHeizmethode vorgeschlagen, welche nach Sandberg an drei Orten, beiBilbao und an einem Orte in Frankreich ausgeführt worden ist. Der an-gewendete Ofen ist nur etwa-20Fuss hoch und man braucht daher keinemaschinellen Vorrichtungen, um die Beschickung hinaufzuschaffen. DieKosten der Production sollen sich nur halb so hoch als bei Chenot’sConstruction belaufen, obsclion das Princip ganz dasselbe ist. Auch hierhat man eine verticale, übrigens quadratische Kammer, an jeder Seiteeinen Gasgenerator u. s. w. Der Boden des Ofens liegt etwa 2 Fuss un-ter der Oeffnung, durch welche das Gas aus dem Generator eintritt, undneigt sich nach der Frontseite zu, welche offen ist. Diese Oeffnung wirdindessen geschlossen, bis auf die Zeit des Herausziehens des Schwammes,welcher diesen Weg nehmen muss, um in einen eisernen Kasten zu fal-len, der zur Verhinderung erneueter Oxydation mit Asche bedeckt wird.Ueber dieser Oeffnung oder dem Ziehloche sind mehrere beweglicheeiserne Stäbe eingelassen, die das Erz, wie dies oben beschrieben wurde,tragen und die von Zeit zu Zeit den Umständen angemessen heraus-gezogen und wieder eingesetzt werden. Das Gebläse muss während desHerausziehens des Schwammes im Gange bleiben, um den Zutritt derLuft in den Ofen zu verhindern. Man kann in einem solchen Ofen wö-chentlich etwa 400 Ctr. Eisenschwamm produciren und denselben in dergleichen Zeit in einem Holzkohlenheerde zu Luppen ausschweissen, wobeidas Ausbringen 50 Proc. beträgt.
Dieser Hohkohlenheerd, welcher dazu dient, den lockeren Eisenschwammzusammenzuschweissen, ist ähnlich einem gewöhnlichen Frischfeuer ein-gerichtet. Wenn die erhaltene Luppe gehämmert wird, so strömen blaueFlammenstrahlen nach allen Seiten aus. Hat man ein Walzwerk, so kannman die Luppen in derselben Hitze zu Stäben von etwa l 3 /4 Zoll Quer-schnitt auswalzen, die dann in Stücke von 12 Zoll Länge zerschnittenwerden. Während des ersten Walzens ist das Eisen von einer blauenFlamme umgeben. Es zeigt sich sehr weich. Die zerschnittenen Rohstäbekönnen in einem mit Steinkohle gefeuerten Schweissofen wieder erhitztund zu Handelseisen verschiedener Dimensionen ausgewalzt werden.
In Baracaldo schätzte man das Chenot-Eisen sehr als Material zu