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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

schwere Luppen erlangt' d. h. man kann also bei ununterbrochener Arbeitin 24 Stunden 64 Chargen oder gegen 80 Ctr. produciren. Ueber dieweitere Verbreitung dieses Processes ist nichts bekannt geworden.

7. Andere Methoden').

Hiermit sind zwar die wichtigsten der vorgeschlagenen Methoden,aber bei Weitem noch nicht alle erschöpft. Es wiederholen sich diesel-ben Ideen mit geringen Abänderungen der Apparate bis in die neuesteZeit hinein. Namentlich in Nord-Amerika ist die Verbindung einer ge-schlossenen Reductionsretorte mit einem Flammofen zum Schweissen undSchmelzen, durch dessen abgehende Flamme erstere erhitzt wird, oft ver-sucht worden.

1841 erlangte Quillard ein Patent, nach welchem der Reduetions-raum ein einfacher verticaler Schacht sein sollte;

1847 Dickerson in New-Jersey, welcher eine röhrenförmige, aussenund innen erhitzte Kammer benutzte.

1851 schloss sich hieran die ausführlich beschriebene RentonscheMethode.

1853 erhielt Whipple zu Newark in New-Jersey ein Patent,nach desseA sehr unklarem Inhalte zwar auch aus Erz in einer Manipula-tion SchinÄdeisen hergestellt werden sollte, offenbar aber unter Vermitte-lung ein» Roheisenerzeugung. Zur Reduction und Kohlung dient eineerhitzte Platte, zur Abscheidung des Kohlenstoffs und zum Ausschmelzender Gangarten ein von vielen Windströmen getroffener Heerd 2 ).

Auch die Benutzung des gewöhnlichen Hohofens wurde vorgeschla-gen. J. II. Johnson zu London und Adrien Müller zu Paris nahmen1863 ein Patent darauf, Eisenoxyd in fein gepulvertem Zustande in denHohofen zu blasen und dadurch eine Entkohlung des gebildeten Roh-eisens zu bewirken, was nichts weiter als die alte Methode des Fütternsist 3 ), welches im folgenden Abschnitte näher beschrieben wird.

Ghenot der Jüngere zu Clichy-la-Garenne ist neuerdings 4 ) wiederauf den alten Stückofen zurückgegangen, dem er nur ein bewegliches aufRädern stehendes Gestell giebt, um die Luppen so entfernen zu können.Ueber den Erfolg ist noch nichts bekannt geworden, aber alle Gründe,welche gegen den Stückofenbetrieb sprachen, müssen auch hier ihre Gel-tung haben.

Andere, welche offenbar nur au eine Ausführung im Kleinen denkenkonnten, schlugen Tiegel vor.

*) Ein Theil der folgenden Processe ist im Original unter dem Abschnitt Stahlbeschrieben, gehört der Sache nach aber hierher, da auch bei den bisher geschil-derten Methoden bald Eisen, bald Stahl, bald beides erzeugt wird, die übrigen sindgar nicht erwähnt. 2 ) The American polyteohnic Journal. Yol. II, July De-cember 1853. p. 161. 3 ) The practical mech. Journal. 1863. p. 238. 4 ) Genieindustriel, Mars 1866. p. 117.