Neuere Heimarbeiten.
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Schon 1791 wurde ein Patent an Samuel Lucas für die Darstel-lung von Gussstahl aus reichen Erzen, wie Rotheisenstein von Cumber-land und Lancasliire ertheilt. Diese Eisenerze sollten mit Holzkohle,Horn, Knochenmehl oder anderen cementirenden Substanzen (in der Thatein weitreichender Begriff) gemischt werden. Die Operation ging inluftdicht verschlossenen Schmelztiegeln vor sich, in welche das Erz inkleinen Stücken und gemischt oder abwechselnd geschichtet mit dercementirenden Substanz gebracht wurde ■).
David Mushet erhielt im Jahre 1800 ein Patent, worin der Schutzder Darstellung von Gussstahl durch Schmelzung von Eisenerz mit derangemessenen Menge kohliger Substanzen beansprucht wurde. Es wirdsich später noch Gelegenheit finden, auf dieses Patent 2 ) zurückzukommen.
1836 erhielt auf denselben Process John Isaac Hawkins ein Pa-tent 3 ). Geröstetes Erz soll hiernach in Stücke von 3 bis 4 Pfd. Gewichtzerkleinert werden und jeder dieser Klumpen in Holzkohlenpulver ge-packt einer hohen Temperatur in Tiegeln beziehungsweise 80, 76 oder"72 Stunden ausgesetzt werden.
1855 erhielt Bellford ein Patent, nacli dessen unklarem Inhalte erin einem Gefässe eine Reduction und Kohlung, in einem anderen eineAusschmelzung und Entkohlung vorzunehmen beabsichtigt zu habenscheint 4 ).
E. Riley machte auf der Dowlais - Eisenhütte vor einigen JahrenVersuche, Gussstahl direct aus Eisenerzen in Tiegeln darzustellen. Der-selbe erhielt auch hin und wieder ausgezeichneten Stahl für Meisseiu. s. w., wovon der Verfasser selbst Proben gesehen hat, aber gleichför-mige Resultate konnten nicht erreicht werden.
Es schliesst sich hier der dem Franz Uchatius 1855 patentirteProcess an, nach welchem Eisenerz mit Roheisen in Tiegeln verschmolzenund so Stahl erzeugt wird; da indessen das Wesentliche hierbei ebensowie bei der Darstellung des schmiedbaren Gusseisens, die Entkoh-lung des Roheisens, also die vorgängige Erzeugung dieses Productes eineNothwendigkeit ist, so werden diese beiden Processe besser unter denfolgenden Capiteln abgehandelt werden.
Schliesslich hat man auch die für die Cementation des Stabeisensgebräuchlichen Cementiröfen (Converting furnaces) für diese Processevorgeschlagen.
Im Jahre 1854 erhielt Samuel Lucas ein Patent für „eine ver-besserte Methode der Stahldarstellung“, welche im Wesentlichen darinbestand, dass die Eisenstäbe in einem gewöhnlichen Cementiröfen, wie erspäter beschrieben werden wird, mit Lagen von Eisenerz in der Grössevon Wallnüssen, oder anderem oxydirten Eisen, z. B. Hammerschlag, ge-
•) A. D. 1791, April 18, Nr. 1869. Abridgments of Specifications etc., antecit. p. 14. — 2 ) A. 1). 1800, Nov. 13. Nr. 2447, Abridgments..— 3 ) A. D.. 1836.July 4. Nr. 7142. — 4 ) Repertory of patent inventions, Vol. XXVI, July-Decem-ber, 1855. p. 97.