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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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606
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Schmiedbares Eisen ans Erz.

BOß

schichtet und mit ungefähr gleichen Mengen von thierischer oder vege-tabilischer Kohle, sowie mit Manganoxyd im allgemeinen Verhältniss vonetwa ] / 2 Pfd. auf 1 Ctr. Erz, im Einzelnen aber nach dem Härtegrade,welchen der Stahl erhalten soll, erhitzt wurden. Hie Eisenstäbe dür-fen nicht das Erz berühren, da letzteres sonst an ersterem anhaftenwürde. Uebrigens sollte auch auf dieselbe Weise Eisenerz allein, d. h.ohne Gegenwart von Eisenstäben in Stahl umgewandelt werden ').

1856 erhielt William Edward Newton ein Patent fürVerbesse-rungen in der Darstellung von Stahl und der Carbonisirung von Eisenund Eisenerzen, wonach die Eisenerze gewalzt oder zermahlen, bis sieeine Grösse haben, dass 40 Stück auf den Zoll gehen, dann mit Holz-kohle oder anderen kohligen Substanzen und wenn nöthig auch mit pas-senden Flussmitteln in abwechselnden Lagen geschichtet und in einemgeeigneten Cementirgefässe 2 ) 48 Stunden lang auf Weissgluth erhitztwerden sollen. Nach der Abkühlung wird das reducirte Erz zerbrochenoder gewalzt und in Tiegeln zu Gussstahl umgeschmolzen oder im Ofenzu Federstahl' verarbeitet; wenn es dagegen zu sehr mit Kohlenstoff über-laden ist, gepuddelt und wie gewöhnlich gehämmert 3 ).

Schlussfolgerungen 4 ). Vergleicht man die neueren Rennprocessemit den älteren, so ergiebt sich für diejenigen, welche als Versuche wirk-licher Verbesserungen angesehen werden müssen, als wesentlicher Unter-schied, dass die Reduction des Eisenoxyds der Erze in einem geschlos-senen Raum theils durch Einwirkung beigemengter Kohle, theils durchreducirende Gase bewirkt wird, und dass das reducirte Eisen erst nachhereinem Schweissproeesse unterliegt. Hierdurch wollte man den Nachtheildes Rennheerdes und Stückofens vermeiden, welcher dadurch entstand,dass der Gebläsestrom auf das reducirte Eisen einwirkte, es daher wiederoxydiren und verschlacken konnte. Aber abgesehen von der mangelndenEinfachheit der Apparate, welche hierzu vorgeschlagen worden sind, habenalle einen diesem Vortheil entgegenstehenden Nachtheil. Das reducirteEisen findet sich nach Vollendung der Operation im schwammartigen,d. h. porösen Zustande. Wird es nicht sehr bedeutend abgekühlt, ehe esan die atmosphärische Luft kommt, so verbrennt es 6 ) oder oxydirt sichvon Neuem. Man muss also die bei der Reduction von dem metallischenEisen aufgenommene Wärme ungenutzt lassen; man muss ferner denProcess unterbrechen, während man ihu im Stückofen ebenso wie imcatalonischen Feuer unmittelbar fortsetzte.

] ) A. 1). 1864, August 7th., Nr. 1730, Abridgments, p. 176. 2 ) Dies kann

allerdings ebenso einen Tiegel wie einen Cementirofen bedeuten. s ) A. 1). 1856.

April 8, Nr. 851. Abridgments, p. 222. *) Des Bearbeiters. 5 ) Vergl. das

S. 17 über das Verbrennen des metallischen Kisens Gesagte.