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Schlussfolgerungen.
Was die Vollkommenheit der Reduction anbetrifft, so theilen dieneueren mit den älteren Rennarbeiten das Schicksal, dieselbe nicht be-stimmen zu können. Theihveise noch unreducirtes Eisen, reines, stahl-artig gekohltes, ja roheisenähnliches Eisen sind die wechselnden Producte,deren Erzeugung von so vielen Umständen abhängig ist, dass die Beur-theilung und Leitung für einen praktischen Process zu schwierig ist,während directe Proben gerade wegen der geschlossenen Apparate un-möglich sind.
Die folgende Arbeit würde eine einfache Schweissarbeit sein, wennerstens das Erz ganz rein gewesen wäre, d. h. ausser Eisenoxyd oderOxydul, Kohlensäure und Wasser nichts enthalten hätte, und wenn zwei-tens das Product einerseits keinen Sauerstoff mehr, andererseits nochkeinen Kohlenstoff enthielte. Beides findet aber nur in Ausnahmefällenstatt. Denn auch die reinste Aufbereitung unreiner Erze, selbst wennsie nicht zu kostspielig wäre, würde ein von Erdarten freies Productnicht liefern, und schon Verschiedenheit in der Grösse der aufgegebenenStücke bedingt die Ungleichförmigkeit der Reduction beziehungsweiseKohlung. Die Bedingungen sind jetzt gegen den Betrieb der Stücköfenund Luppenfeuer nicht viel günstiger. Operirt man im Puddelofen, so wirdzwar nicht der Einfluss des Gebläsestroms, wohl aber der Zutritt der na-türlichen Zugluft zu fürchten sein und zwar namentlich in der erstenPeriode der Wiedererhitzung des porösen und daher der Oxydation sehrzugänglichen Eisens, so dass man nicht ohne wohlberechtigten Grund inden wenigen Fällen, wo einer der geschilderten Prooesse, nämlich derGurlt’sche, wirklich in die Praxis übergegangen ist, die Schweissarbeitim Holzkohlenheerde vornimmt.
Andererseits wird die Verschlackung des noch oxydirten sowie deswieder oxydirten Eisens durch die jetzt erst zum Schmelzen gebrachtenGangarten, namentlich die Kieselsäure, in keinem geringeren Verhältnissestehen als bei den älteren Processen, und der Abgang an Metall daherauch kein erheblich geringerer sein.
Auch ohne die I’rincipien der mittelbaren Methode der Schmiedeisen-und Stahldarstellung, deren Betrachtung der Gegenstand der folgendenAbschnitte sein wird, näher zu kennen, lässt sich doch schon jetzt beur-theilen, warum diese Methode nicht wieder durch die unmittelbare verdrängtworden ist, es sei denn, dass man es mit ganz ausnahmsweisen Bedingun-gen, d. h. besonders reinem und dabei leicht reducirbarem Erze zu thungehabt habe :
Bei der mittelbaren Darstellung des Schmiedeisens, bei welcher zu-vor Roheisen, d. h. also kohlehaltiges Eisen erzeugt und dieses durcheinen zweiten Process der Entkohlung erst in Schmiedeisen umgewandeltwerden soll, wird zwar auch das Eisenoxyd zuerst reducirt, aber der redu-cirte poröse Eisenschwamm findet ohne mit der Luft oder anderen oxy-direnden Substanzen in Berührung zu kommen, ohne abgekühlt werdenzu müssen, Gelegenheit, sieh innerhalb einer reducirenden Atmosphäre zu