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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde II] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Der Hocliofenprocess. :

desselben nach einander abrösten will. Das erstere geschieht gewöhnlichbei kleineren Haufen, das letztere bei grossen und langen Haufen, h® 1welchen oft das Aufrichten (Setzen), Kosten und Gewinnen (Ziehe 11 )des Eisensteins in der Art vereinigt ist, dass bei einunddemselben H» u 'fen, während er in der Mitte seiner Längenerstreckung im Rösten is*>am einen Ende der abgeröstete Stein schon gezogen, am anderen Endeaber der frische (rohe) Stein noch gesetzt wird. Die Erhitzung mus sgleichmässig geschehen und zur vollständigen Röstung genügen, ohn edoch zu einer Schmelzung zu führen.

Behuf der Zündung umgiebt man den Fuss des Haufens oder denTheil desselben, welcher zuerst angebrannt werden soll, mit brennendenSteinkohlen, und schützt die dem Winde ausgesetzten Zündstellen durchsenkrecht gestellte grössere Eisensteinstücke; oder man umgiebt den Haü'fen mit einem flachen Graben und wirft in diesen brennendes Kohlenklei®auch wohl glühende Eisensteine aus benachbarten brennenden Haufe 11und bedeckt dann den Graben mit rohen Eisensteinen. Das Feuer pflanz*sich ohne weiteres Zuthun in dem frischen Eisensteine fort, wenn er nid 1 *gar zu nass ist, in welchem Falle man Gruben in den Fuss des Haufensmachen und das Feuer mehr ins Innere desselben bringen muss. Be*kohlenarmen, schwer entzündlichen Eisensteinen legt man beim Setzen desHaufens mit Holzspähnen gefüllte Zündcanäle an der Sohle an. Bei leichtentzündlichen Eisensteinen genügt es, in Entfernung von einem odermehreren Metern Zündstellen anzuordnen.

Einige Beispiele werden am besten die Leitung des Betriebes bei®Kohleneisensteinrösten veranschaulichen.

Beispiele. In Schottland stürzt man den Kohleneisenstein in 10bis 11 Meter (32 bis 35 Fuss) breite, 3 bis 4 Meter (9 1 /- 2 bis 12 3 / 4 Fuss)hohe Haufen, ebnet die Oberfläche der abgestumpften Pyramide durchZerschlagen der grösseren aussenliegenden Stücke, zündet in Entfernungenvon circa 3 Metern durch brennende Steinkohlen an und bedeckt danndie Mitte der Seitenflächen des Haufens mit Asche und Grubenklein (sehrkleinen Eisensteinstückchen) derartig, dass der Fuss circa 0,75 Meter(2 1 /'2 Fuss) hoch und der Kopf 1 Meter (3 Fuss) hoch frei bleibt. Bei®Fortschreiten des Feuers wird die Bedeckung weiter hinaufgeführt, wäb'rend die Oberfläche des Haufens sowie der Fuss behuf reichlichen Luft'Zutritts frei bleibt *).

In Westphalen verfährt man folgendermaassen 2 ):

Auf der Zeche Neu-Essen II. stellt man Haufen von 9,42 Meter(30 Fuss) Sohlenbreite und 37,66 Meter (120 Fuss) Länge her. Man führ*aus grossen Eisensteinstückeu niedrige 1,25 Meter (4 Fuss) hohe Uwfassungsmauern auf 3 ) und spart in denselben Oeffnungen für die Zünd-

b Preuss. Zeitschr. f. Bergb., Hütten- u. Sah-Wesen. XII, S. 70. 2 1 Op. cit-IX, S. 168. 3 ) Früher machte man 2,17 Meter (5 Fass) hohe derartige Mauern,deren Fugen man verschmierte, so dass man eigentlich eine Stadel mit Wändenaus Eisenstein hatte.