Band 
[Dritter und vierter Band.]
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in Avignon bin." Man würde sich vielen Kummer ersparen,wenn man von den widrigen Vorfällen, die uns in demkurzen Uebergange vom Leben in's Grab aufstoßen, denfinstern Anblick zu vermeiden, und nur die lächerliche Seitedavon aufzusuchen gelernt hätte, die jedes menschliche Ereigniß,wenn man es nur recht zu drehen versteht, darbeut. Sogardie Empfindung eines gewaltsamen, schmerzhaften Todeskann uns durch die Gewißheit zum Lachen bewegen, daß derTyrann, der uns damit belegt, sie doch nicht über eine kurzeSpanne der Zeit auszudehnen vermag. Ich würde mir vor-nehmen, sie mit Großmuth und mit Verspottung der Ohnmachtmeines Feindes zu ertragen, wie man es von den gefangenenWilden erzählt, und mich durch die Vorstellung erheitern,daß mein unsterblicher Geist in der unendlichen Zeit, die ihmnachfolgt, über den Einsturz seines Kerkers eben so herzlichlachen werde, als wir jetzt über den heftigsten Schmerz einerVierrelsekunde spotten. Ich kann nimmermehr glauben,daß ich nachher noch geneigt seyn würde, die Narren, diehier an meiner ohnehin morschen Hütte noch zupften, zurVerantwortung zu ziehen, oder ihnen zur Bestrafung nurein kaltes Fieber an den Hals zu wünschen. Mag es ihnendoch gehen wie Gott will! Die Empfindung der Rache ist mirso unangenehm, daß ich ihrer bald satt habe, und meinenWidersachern den Vortheil nicht einmal gönnen mochte, ihreBosheit gegen mich durch Erregung dieses widrigen Gefühlsnoch zu verstärken.

Thümmel, sämmtl, Werke, UI. %