Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Richtung, wenn fröhliche Kinder, farbige Blumen unter ihmspielen und sprossen, oder menschliches Elend um seinen theil-nehmenden Blick bettelt. So lange Milton noch sehen konnte,überließ er sich allen sinnlichen Freuden des irdischen Para-dieses seiner Heimath, und dachte nicht eher daran, sich einszu dichten und seinen Verlust zu besingen, als bis ihm seineBlindheit keinen andern Zeitvertreib zuließ. Auch euerKleist, wie mir seine Freunde erzählt haben, sog mit thieri-schem Wohlbehagen jeden Balsamtropfen des Frühlings ein,so lange er dauerte. Erst in den rauhen Wintertagen wieder-käute und malte er ihn. Die Dichtkunst, wie jede Schwei-gerei des Geistes, sollte dem Weltbürger zu keiner andern,als zur Zeit der Entbehrung, unter dem Drucke des Müßig-gangs , oder wenn sonst irgend ein Zufall seine äußern Sinnegelähmt hat, zur Krücke dienen." — Bei der dichterischenErhitzung, die mir noch im Blute lag, mußte mich ein sokalter gemeiner Ausdruck nothwendig verschnnpfen: doch fehltemir in diesem Augenblicke die Stimme, nur ein Wort da-gegen vorzubringen; so sehr wurde ich durch einen jähenAbgrund erschreckt, an dem wir nahe vvrbeischwebten. Ichschmiegte mich, so lange dieser furchtbare Anblick dauerte,mit klopfendein Herzen an den Marquis, und erst als wirhinter Aubogne in einen Hohlweg lenkten, kam ich wiederzur Sprache. — „Du hast mich mit deiner vorigen Äußerung,"wendete ich mich nun zu ihm, „ganz in Erstaunen gesetzt,lieber Saint-Sauveur, weil ich sie dir am wenigsten zutraute.