Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Ich habe immer die Entwicklung großer Gedanken dnrchPhilosophie oder Dichtkunst, jenes Nachspüren unserer feinenEmpfindungen, jenes Brüten über uns selbst, und alles,was du Krücken des Müßiggangs zu nennen beliebst, fürdie nützlichste Beschäftigung, für die edelste Bestimmung desMenschen gehalten; und ich kann meine wichtigen Zweifel

gegen deine Behauptung-" — „Nicht leicht," fiel mir

der Marquis in das Wort, „unter einem stärkern Wider-spruch von Umständen vortragen, als so kurz nach demSchrecken, den du gehabt hast. Müßig und dem Schicksaleüberlassen, wie du neben mir da sitzest und zitterst, waskönnte ich dir Besseres für deine Beruhigung empfehlen, als»eben die Krücke, die auf jenem gebahnten Wege dir ganz

entbehrlich war? Wie hinderlich hingegen müßte sie nicht

einem in Thätigkeit gesetzten Manne werden, der, wie ichzum Beispiele, unvernünftige Geschöpfe vor sich, ihr Lenkseilin Händen, einer Menge Gefahren auszuweichen, mit Einem

Worte, statt in dem Empyrev, auf der Erde zu thun

hat!" — „Du hast vollkommen Recht," antwortete ich unterZittern und Beben; denn in der Hitze des Streits — wiedanke ich Gott, daß er in einem Hohlwege vorfiel! — hob «und schwenkte mein Opponent seine Peitsche. Es war nurein Luftstreich, eine von den nnwillkührlichen Bewegungen,die wohl einem Redner entwischen können, der Eindruck zumachen sucht: aber selbst mit dem scharfsinnigsten Vorbedachtewürde er schwerlich vermocht haben, zur Unterstützung seines