Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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seyn, davon ist die Rede nicht; nur kann man sie, wieick das heute schon einmal erfahren habe, meistens nicht sogeschwind herbeischaffen, als man ihrer benöthigt ist. Wasaber ein Deutscher zn allen Zeiten bei der Hand hat, ist diefruchtbare Mutter so vieler Raritäten und Sammlungen, istdie Neigung der Seele, die man Liebhaberei nennt.Wenn er diese zu befriedigen Gelegenheit findet, ist er anjedem Orte geborgen. Sie macht in unserm National-Cha-rakter unstreitig einen Hanptzug aus, der, ob er schon denkultivirten Klassen anderer Völker nicht ganz fehlt, doch beiihnen ungleich oberflächlicher, und lange nicht so ausgebreitetist als bei uns. Wer kann die Spur dieses Naturtriebes inunsern Kabineten und Bibliotheken verkennen? Ohne bloßbei dem ersten Endzwecke der Anhäufung literarischer undartistischer Schätze stehen zu bleiben, hat der Deutsche gewißimmer noch ein Lieblingsfach nebenbei. Hier ist das gemeineNützliche oft den unbrauchbarsten Dingen untergeordnet, so-bald sie nur ein Zeichen des idealischen Werths an sich tra-gen , den ihnen der Sammler beilegt. Daher sucht der Einevorzüglich alte Drucke, der Andere nicht sowohl Meisterstückedes Grabstichels, als Blätter, die sich manchmal nur dadurchrar gemacht haben, weil sie bei ihrer ersten Erscheinung nichtgeachtet oder zu Pfefferdüten verbraucht wurden. Wird nichtoft das Vildniß eines Feldherrn, Arztes und Fürsten, dassich aus angeführter Ursache, verlor, theurer bezahlt, alssein ganzer Nachruhm werth ist, nicht des schönen Stichs,