Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
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Genuß meines gegenwärtigen Glücks erhöhen! Meine Seelehing an den Lippen dieses Kindes, das in dem läutern Er-güsse seiner Empfindungen mir tausendmal beredter vorkam,als die gräfliche Virtuosin in dem ungereinigten Ausflüsseihrer Gelehrsamkeit. Wenn ich dir aber nun den Gang derGespräche, die mich so anzogen, verzeichnen, aus ihrem ge-fälligen Inhalte die Schönheit des Herzens, dem sie entflossen,an das Licht stellen will — ja, Freund, da entschlüpft mirdie Feder. Solche feine Schattirungeu der Rede sind ihr sounerreichbar, als nimmermehr dem Pinsel jenes ätherischeFarbenspiel seyn kann, das unter unzähligen Abwechselungendem anbrechenden Morgen voran geht. So viel kann ichdir nur sagen, daß, nachdem ich die kleine Zauberin einigeStunden in der Orangenallee auf- und abgefübrt hatte, ichmich unmerklich in eine Stimmung versetzt sah, die, derihrigen nachgebildet, sehr verschieden von der fröhlichen Launewar, deren ich mich vorhin rühmte. Ihre Anfangs munternTone gingen, ganz ungleich dem Schlage der Nachtigall, diemit einem Adagio anfängt, mit einem Allegro endigt, nachund nach in immer rührendere Noten, immer schmelzendernFlötenlaut über, und hoben und trieben mein sympathetischesGefühl bis zum Bedürfnisse der Thränen. Ich wollte ihrvon unserm Könige erzählen; ich konnte nicht. Ich versuchtevon meinem Vaterlande zu sprechen; aber die Stimme ver-sagte mir. Mir war, als ob ich in der Ferne Klagen der Un-schuld, über den dunkelhellen Bergen her den Ruf der Ewigkeit