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vielleicht noch mehr Antheil daran hat als der Heiland." —Jetzt erst schenkte ich seiner Erzählung meine ganze Auf-merksamkeit. — „Die junge schöne Prinzessin von Montbaffon,"fuhr er fort, „wurde hier unter der Aufsicht meiner Schwä-gerin mit Fräulein Klärchen zugleich erzogen. Erstere warvon jeher dem Bruder bestimmt; dessen ungeachtet gewannendie beiden jungen Leute einander lieb, die Zeit verging, derTag ihrer Vermählung war schon festgesetzt, und der Bräu-tigam wurde nächstens von der Armee erwartet. DieserIwischenraum, so kurz er war, warf Alles über den Haufen.Die Freundschaft zur Schwester stritt schon lange in demHerzen der Prinzessin mit der Liebe zum Bruder, und, waswohl noch nie erhört ist, sie siegte. Die schöne Verlobteentschloß sich kurz, schrieb ihrem Bräutigam einen bethräntenAbschiedsbricf, flüchtete, ehe sich meine Schwägerin dessenversah, in das Kloster, das ihre Gespielin gewählt hat, underwartet dort nun schon seit acht Wochen die baldige Wieder-vereinigung mit ihr auf Leben und Tod. Dergleichen helden-müthige Entschließungen, mein Herr, dergleichen Freundschaft,Treue und Hingebung ist nur in unserer Religion möglich.Wenn auch sonst Nichts ihre Göttlichkeit bewiese, solche Bei-spiele würden es allein thun. Der junge Herr, sagt man,soll untröstlich seyn. Das ist begreiflich. Man wird freilicheine Schwester gelassener einkleiden sehen, von der man erbt,als eine geliebte Braut, die Alles mitnimmt und dem Himmelaufhebt, was wir schon als uns zugehörig betrachteten, und