Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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das Geheimniß seiner Unruhe. In diesem Kampfe mit sichselbst war ein Jahr vergangen, als dem alten Manne einetödtliche Krankheit zustieß. Sobald er ihren Ausgang ahnte,fühlte sich feine beängstigte Seele erleichtert. Mit erheitertemBlicke rief er die weinende Tochter an fein Sterbebette, um-armte sie mit sichtbarer Freude, und, o! waren feineWorte, wie danke ich Gott, daß er ins Mittel tritt, meinenFehler gegen dich wieder gut zu machen. Du liebes, treff-liches Mädchen! Mein Tod entzieht dich noch zeitig genugder lästigen Verbindlichkeit, die ich dir in deiner Kindheitauflegte dein Herz nahm und konnte keinen Theil darannehmen aber es wird ihm nun bald frei stehen, seinereigenen Wahl zu folgen. Du staunst? verstehst mich nicht?Ach! hätte ich mein übereilt lgegebcnes Wort so leichtvergessen können, als du deines, das dir nur blinder Gehorsamabdrang. Mein letzter Wille vernichtet den crstern be-folge ihn, sobald du mich unter die Erde gebracht hast, undzögere nicht, dich und Den glücklich zu machen, der deinesBesitzes so werth ist weit mehr als Jener, dem ich solcheneinst zusagte. Ein längeres Leben würde mir den Trost ge-raubt haben, der mir jetzt mein Ende versüßt: denn nunerst kann ich hoffen, daß du und er mein Andenken segnenwerden.

Die liebreichen Befehle des Sterbenden der Drang ihreseigenen Herzens, am meisten aber das Gespenst des Grafen,setzten ihrem kindlichen Schmerze wohlthätige Schranken.

Thümmel, s.tmnul. Werke. V. 8