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ach! vergebliche Erwartung! Die Kranke hatte während derRuhe nur neue Kräfte zu der schrecklichen Folter gesammelt,die ihr bevorstand. Denn, als die wiederkehrende Unglücks-stunde ertönte, raffte sie sich in einem schauervollen Erwachenvon ihrem einsamen Lager auf — Gustav, war der ersteJammerlaut, den sie, an den Busen ihrer Freundin gelehnt,ausstieß — ach, liebe Anna! laß mich doch meinen Gustavsuchen und mein müdes Haupt auf seinem Grabhügel aus-ruhn! — Unter diesem fortdauernden Gewimmer stieg ihrSchmerz immer höher und höher, bis auf den Gipfel de-sWahnsinns. Diese innere Pein ließ nicht eher nach, als bissich ihre Zunge in einen Strom noch nie erhörter Flüchegegen den Mörder ihres Gemahls ergossen hatte; dann erstkam sie, in der äußersten Abmattung, wieder zu sich. WelchenDrang unnennbarer Martern läßt nicht eine solche Linderungin einer so edeln, sanften und Gott ergebenen Seele voraus-setzen! Drei Wochen nachher, die nur aus trübsinnigen Stun-den zusammengesetzt waren, kam ihr zum Erstenmal einanderer Gedanke. Anna, — erwachte sie mit ihrem in ge-sunden Tagen so freundlichen Ausblick — ich möchte mirwohl eine anständigere Wohnung suchen — bestelle mir dochmeinen Wagen. Dieses erste Zeichen von Besonnenheit ver-breitete überall Hoffnung und Freude. An der Hand ihrerGetreuen, und mit rührendem Bezeigen ihres Danks gegendie Nonnen, die von ihr Abschied nahmen, verließ sie dasKloster — aber wohin ließ die gute Dame sich bringen?