Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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auf, und erinnerte mich, daß er bei aller seiner Höflichkeitsich doch noch nie herabgelassen habe, mich zu besuchen. Erstand in seiner Hausthür, als ich ankam, stieg ein, indemer zugleich dem Kutscher befahl langsam zu fahren, damitwir nur kurz vor dem Anfang der Ceremonie bei den Ur-sulinerinnen einträfen. Konnte er aber nicht lieber um soviel später die Stadt verlassen? Das wollte ich eben fragen,als ich in seinen Augen Thränen bemerkte, die mit alleSprachlust benahmen, und meine eigene bängliche Stimmungvermehrten. Ich konnte an mir abnehmen, wie viel ihm dieGefälligkeit kosten mußte, als erbetener Zeuge einer fürHerz und Verstand gleich widrigen Handlung beizuwohnen,und fand es bei seinem Mißmuth sehr natürlich, daß er sicheinen Begleiter zugesellt hatte, aber leider! hätte er zu seinerZerstreuung keinen unfähiger» wählen können als mich. Unserebeiden Seelen schwammen in gleicher Wehmuth, die unterallen sympathetischen Gefühlen am wenigsten sich mit Wortenabgibt. O, wie lang ward mir der Weg nach dem, von derStadt ohnehin ziemlich entfernten Kloster, und doch wie er-schreck ich, als wir endlich nach drei langweiligen Stundenvor dem Eingänge der Kapelle still hielten, hinter der dasmit Hängewciden und Zypressen umgebene gothische Gebäudevorragte. Allgütiger Gott! seufzte ich, wie kannst du zügeben,daß man eins deiner freien frohen Geschöpfe — ach deinerherrlichsten eins! in den Kerker dieser Einöde versperre. Mußnicht dem armen Kinde das Herz verbluten, wenn es jetzt