Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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in welchen Zustand versetzte sie nicht vollends dieß zarte,weibliche Wesen! Sie ergriff und drückte in höchster Seelen-angst die Hand ihrer jammernden Freundin an das gepreßteHerz, und verbarg die Augen unter dem Tuche, das ihreThränen einsog. Dieser Anblick war so rührend, daß erselbst die lieblosen Zeugen erweichte, in deren Mitte ich stand.Ich hörte, wie sie sich von den Fenstern zurückzogen, um sichnicht durch ihr Schluchzen zu verrathen, doch vergönnte ichihnen keinen meiner Blicke, die fest an dem leidenden Engelgeheftet blieben. Nach einer minutenlangen, furchtbare»Stille, während welcher der Mönch für die Beruhigung derso peinlich Befragten zu beten schien, richtete sie ihr holdesGesicht in die Höhe, wendete es mit ernster Andacht gegenden Altar, und von da zu ihm. Ihre Blicke waren erheitert.Frohes Bewußtseyn der Unschuld ruhte auf ihrer Stirn, undmit fester Stimme, die Hände in Begeisterung erhoben, be-gann sie: „So vernimm denn, Gesalbter des Herrn, andieser der Buße und Wahrheit geheiligten Stätte, das Ge-heimniß meines schwachen, aber unsträflichen Herzens, ver-nimm jenen süßen Irrthum, in den es sich selbst für dentrefflichen Mann verlockte, der meine Kindheit geleitet, Tugen-den und Kenntnisse in mir erweckt, und sich meines dank-baren Gefühls endlich bis zur Entkrästnng jeder andernPflicht in solcher Stärke bemeistert hat, daß mir immer inseiner Abwesenheit bange, ach! so bange wie einer Verlassenenwar. Ich konnte an keinem der Tage, in welchem eine