Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
185
JPEG-Download
 

185

Der heutige Festtag führt dich der freien Luft, der Naturund der treusten Freundschaft zurück. Vater meiner Klaraund auch Sie, vortreffliche Frau, die sie mir erzog — habtDank, Ihr guten Menschen, für das große Geschenk, dasIhr meiner Liebe aufhobt. — O dieser einzige Abend! welcheinen edeln und glücklichen Zirkel umspannt er nicht!"St. Aignan, für jede Theilnahme an Anderen — nur inden Blicken seiner Montbasson verloren, bemerkte nicht ein-mal, mit welchem feinen Gefühl ihn sein freundschaftlicherSchwager überging und seine Hand mir reichte. „Guter,stolzer Berliner," kam er mir entgegen, „wie kitzelt es mich,daß auch du Zeuge des Glücks eines Franzmanns in derschwierigsten Eroberung — und" — setzte er lächelnd hinzu —„auch der Wahrheit seiner Ueberraschungstheorie seyn konn-test." — „Meinen ganzen Beifall," stammelte ich, und drücktethränend ihn an mein gepreßtes Herz. Seine trauliche An-sprache und Umarmung zog mich, als hätte mir unser Monarchdas Band des Verdienstes umgehangen, auf einmal ausmeiner Dunkelheit hervor. Klara erinnerte sich unsers nächt-lichen Spazierganges mit bedeutenden Winken. Ihre Erzieherinbot mir ihre Dose, und Agathe von selbst ihren Arm, alsdie Gesellschaft ihren hohen Standpunkt verließ. Währendschon die Abendrothe zu verblassen anfing, leitete uns derliebe Mann eine versteckte Treppe herab, durch schlängelndeAkaziengänge des Parks, seinem Wohnsitze zu. Ich bemerkte,so für mich, daß wir uns doch ein wenig über die Zeit mit