Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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— „Einem Unglücklichen, dessen Gebeine hier verscharrtliegen," antwortete er mit ernster Stimme, „der sein schönesDaseyn — die Liebe und herrlichen Verstand seiner Gattin,dem Vorurtheile der Ehre und einem Mörder Preis gab.Auf seinem Grabhügel unter dieser Weinlaube, die noch eineStunde vor seinem Tode ihn in den Armen seiner Gemahlinumschloß, bitte ich täglich Gott um Vergebung seiner schwerenSünde, und flehe den Allbarmherzigen um die Genesung derschuldlosen Wittwe" — „Ach!" rief ich, „so bin ich dennin dem Garten des armen Grammont? O, wie nahe liegthier Freude und Traurigkeit — wie nahe jene stolze Braut-kammer und diese Todtengruft an einander! Ach! laßt michmit euch beten, lieber Mönch, Hülfe für die traurig getrennte

— dauerhaftes Glück für die durch euch so fröhlich Vereintenerbeten!" Der Mönch ergriff und drückte meine Hand anseine Brust; dann knieten wir beide in andächtiger Eintrachtneben dem Monumente des Entleibten nieder, und als wiruns, eine gute Weile nachher, von dieser Tvdteufeicr er-hoben, ich mit thränenden Augen auf- und über den Gartenhinblickte, und es mir schien, als ob der vortretende Mondden Trauerflor von dem Cremitenhäuschen wegzöge, das einstin bessern Tagen der armen Wahnsinnigen so lieb und theuerwar, und ich gern als ein himmlisches Zeichen angesehenhätte, daß unser Gebet erhört sey — deutete ich mattlächclnddahin. Der gute Mann verstand mich. Wir stiegen von derAnhöhe der Laube, der kleinen glänzenden Hütte zu, und