Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Errettung—wie freundlich spielte nicht sein Strahl um ihren infrohlockenden Dankgebeten schwellenden Busen, der unter blaß-rothen Schleifen eines weißen Gewandes, sich allen Blickennoch eben so schüchtern als gestern unter dem Nonnenschleierverbarg. So verschließt die Nachtviole jedem Lichtstrahle ihrenduftenden Kelch — hüllt sich in den Instinkt ihrer angebornenWürde, und öffnet ihren Wohlgeruch nur den verschwiegenenSchatten. Doch in welches poetische Labyrinth verlockt michnicht dieses herrliche Weib! Ich konnte alle Blumenbeetedurchstöbern, und würde doch die schönste nicht bedeutend ge-nug finden, um dir ihre — so weit von berlinischem Prunkabstehende Grazie zu versinnlichen. Saint-Sauveur fühltesein Glück und mit Recht unendlich stärker als ich — senkteschweigend sein gerührtes Auge auf die holde Gestalt, die zuihm auflächelte, und schien sich in dem ruhigen Stolze seinesGelinges für einen Gott zu halten, dem ein seliger Engelin dem Arme liegt. Als die Sonne höher trat und blendete,wand sich daS reizende junge Weib, wie ein bittendes Kind,aus den zögernden Händen ihres tändelnden Freundes. —Er träumte ihr einige Augenblicke nach, dann »ahm er michbei der Hand. „Ich bin nun diesen Morgen ganz dein,Wilhelm!" sagte er. „Laß uns das Thal durchstreichen, undhilf mir Einen Menschen in der weiten Welt entdecke», derglücklicher ist als ich, damit sich nicht Uebermuth meiner be-meistere." Unvermerkt leitet ihn der Hang seines Herzenszuerst auf unserm Spaziergange nach dem Janustempel, der