Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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wie nahe mir sein Elend ging) — „ihr schönes Freigut zuTriesdorf sammt den Einkünften einräumen, wenn Sie derewigen Kunst ..." „Entsagen? Nicht wahr?" — fiel er mirins Wort — „Nun und nimmermehr" — „und zwar ge-richtlich, eidlich und feierlich entsagen." — Dadurch erschreckteich ihn so, daß er zitterte. — „O! da muß sie," hub er au,„ganz verrückt geworden seyn!" — „Das nun eben nicht,"erwiederte ich, „aber diese Grille hat sie sich nun einmal soin den Kopf gesetzt, daß sie es sogar in ihrem letzten Willenzur Bedingung gemacht hat und darüber — gestorben ist."— Er überblickte mich bei dieser Anzeige mit zweifelhaftem,unbeschreiblichem Erstaunen, und ward bald karminroth, baldleichenblaß, je nachdem ihm das schöne Vermächtnis; oder diehäßliche Bedingung zu Kopfe trat. Ich reichte ihm nun dasBlatt. — „Da lesen Sie selbst; aber überlegen Sie haupt-sächlich dabei, daß hier nicht zu zaudern ist, und dasTestament nur noch einige Wochen zu Ihrem Vortheile gilt."Er schlich, wie das böse Gewissen, mit seinem Vvrbeschied indie Ecke des Fensters, las und schüttelte bei jeder Zeile denKopf- Seine unglaubliche Anhänglichkeit au ein stümper-haftes Talent erregte mein innigstes Mitleiden. Aber, großerGott, was für eine Schaar von Brudern hat er nicht indieser Rücksicht umherlaufen. Wie viele opfern nicht einglückliches sorgloses Leben dem Vvrurthcile des Standes, —ihre Ruhe einer falschen Ehre, ihre gegenwärtige Zufrieden-heit dem Hirngespiunste der Nachwelt auf; verhören daö