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Ich habe mir längst abgemerkt, Eduard, daß jede liebe-volle Empfindung mir weit wärmer in den Kopf tritt, wennich fahre oder reite, als auf meinem Lehnstuhle. Ueberfälltmich ein solcher Enthusiasmus in einer Postchaise, so ver-liere ich mich selbst — wie hier, zu Pferde gemeiniglich mei-nen Hut. Wundere dich also nicht über die kostbaren Aus-drücke meines Selbstgesprächs, und laß mich ruhig fortschwär-men, bis ich die Station erreicht habe. O Liebe, Liebe, riefich gen Himmel blickend, du in der Sprache der Engel er-habenstes Wort — in dem Sternenkranze des Ewigen mil-dester Strahl — herrlichstes aller Gefühle, nur dem Men-schengewürme unbegreiflich, das über den ächten Sinn deinesNamens weg — zu Sprachverwirrcrn hinkriecht, die ihn mitSchlangenzungen mißdeuten. Ach! kein Pulsschlag verklingtin dem Reiche der Natur, der nicht Millionen Verlästererdeiner Gottheit erweckte. Als Sinnbild von dir setzen sie dasraubgierigste Ungeheuer auf deinen Altar — wähnen bei derEnthüllung ihres befleckten Götzen deinen heiligen Schleierzu heben, und schmücken die Opfer, die sie ihm würgen, mitdem Afterscheine deines unsterblichen Kranzes! O, ihr Be-trüger eurer selbst, ihr lieblosen Verfolger der weiblichenWürde! Haben sich wohl je eure Jrrgänge dem stillen Pfadegenähert, auf welchem die Liebe einherwandelt? Unschuldtritt ihr voran, reuelose Freuden folgen ihr, und ihr Aus-gang verläuft sich in die seligste Ewigkeit. Werfet nun einenBlick auf das Blendwerk eures Anführers, und zittert!