59
das Rad gebrochen hatte, und sie mochten schon lange da ge-halten haben, ehe ich ankam. Bastian war ausgestiegen, umzu sehen, was vorging. Ich horte ihn von weitem miteinem Bekannten sprechen, und verließ nun auch meine Polster.Der erste Wagen, dem ich neugierig vorbeischlich, faßte dreiFrauenzimmer, immer eins reizender als das andere. Ichmachte ihnen meine tiefe Verbeugung, die ich mit Erstaunenüber eine so ungewöhnliche Erscheinung an dem zweiten,dritten und vierten Wagen wiederholen mußte. Was inaller Welt ist das für ein Transport? dachte ich. — Ent-weder ist hier herum eine Pensionsanstalt für junge Fräulein,oder ein Vassa von drei Roßschweifen schickt, Gott weiß warum?sein Serail nach Montpellier. Indem ich so da stand undmich der lachenden Gegenstände freute, die den Steinwegbelagerten, klopfte mich Jemand auf die Schulter. — Ichdrehte mich um, erinnerte mich sogleich des ehrlichen Ge-sichts und . . . „Je, lieber Onkel!" rief ich ganz verstört,„wie kommen wir denn, so weit von Cavaillon, hier zu-sammen? — Sind Sie denn nicht mehr Wirth in dem Pro-pheten?" „Nein, mein Herr," antwortete er mit sichtbaremFrohsinn. — „Ich habe die lästige Wirthschaft aufgegeben,diene seit kurzem als Mundkoch bei Lord Baltimore, der dortsich mit den Leuten zu thun macht, die seinem Wagen aufhelfen,und reise jetzt mit ihm nach Spanien." — „Und diese vierWagen?" fragte ich — „Gehören zu seinem Gefolge." „Unddieß Dutzend allerliebster Kinder?" „Sind Kammerjungfern