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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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497
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Harzen.

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auch noch nicht die gehörige Eonsistenz angenommen hat, sondern lm Ge«gcnkhei'l noch zu weich bleibt, und deshalb auch weniger Pech ausliefert.Auch würden durch das zu frühzeitige und öftere Scharren des ausfließen«den Harzes die Einsammlungskosten unnäthigerweife vergrößert werden.Das Harzscharren selbst wird meistens vom Johannistage an bis in denSeptember vorgenommen; spater vernarben die Wunden nicht gut, undder Stamm dürfte mehr durch Winterfröste leiden. Man bedient sich zumHarzscharren gemeiniglich eines Messers, welches eine !£ F. lange, obensswas sichelförmig gekrümmte Klinge und einen langen hölzernen Griff hat;>n manchen Gegenden bedient man sich aber auch hierzu eines Werkzeugs, dasauf der einen Seite wie eine Axt, auf der andern wie ein Hohlmeißel ge-formt ist. Mit diesen Instrumenten kratzt der Arbeiter das in der Wunde°der Lacht in Klumpen, Tropfen und Krusten ausgetretene und angehäufteHarz von der Oberflache des Holzes und den Nindenrandern der Lacht ab.Und sammelt es in die unter die Lacht gehaltene Harzmaste, ein aus Baum-rinde oder Flechtwerk in konischer Form angefertigtes Gefäß. Das Harz«scharren geschieht nun in der Folgezeit immer ein Jahr ums andere. Wennrin Stamm, nachdem er zum erstenmale gelachtet worden, zweimal ge-scharrt ist und also 4 Jahre gestanden hat, so müssen die Lachten vonAeuem ausgeschnitten, d. h. die vernarbten Ränder der Lacht oder die andenselben sich gebildet habenden neuen Rindenschichten weggenommen werden,der Harzsaft wieder einen frischen ungehinderten Ausfluß zwischen^inde und Holz gewinnt. Daher wird also hernach, wenn das angesetzte9^; schon abgescharrt worden, die Rinde, welche sich an den Rändern derwieder erzeugt hat, mit dem Messer weggeschnitten, und somit ju*8Ittcl) t)fc Lacht etwas breiter und länger gemacht, welche bei mehrmaligerWiederholung des Ausschneidens zuletzt eine Länge von 4 bis 5 F. und eines^seite von 4 bis 5 Z. erhält. Bei diesem Ausschneiden der Lacht wird^it den Rindenspänen zugleich auch das in den Ecken der Lacht noch steckendegesammelt, das aber, da es meist mit vielen Rindentheilen gemischtnicht zum Pechsieden, sondern, gewöhnlich zum Kienrußbrenncn benutzt^ud besonders gesammelt wird. Zu letzterem Zwecke sammelt man zugleich^ das aus den Lachten vom Baume herab auf die Erde geflossene, mit.gefallenen Fichtennadeln, Erde u. dergl. verunreinigte Harz. Diese un«zur Kienrußbercitung bestimmten Harzsocten werden Fluß genannt.Und ^ der Baum älter und stärker wird, vermehrt man übrigens nach«in die Lachten, so daß bei starken Stämmen, und wo das Harzen»nf Ian 9 c Reihe von Jahren fortgesetzt wird, die Anzahl derselben zuweilent ' 8 , 10 bis 12 steigt. Bei dieser Vermehrung und Anlage neuer Lach«st" bat man aber darauf zu sehen, daß zwischen je 2 Lachten noch wenig-den 3 4 3- breit Rinde stehen bleibt. Auf dem Thüringerwalde wer«

N," die alten Lachten häufig beim Nach- und Flußscharren unten kesselför«i)i e r Ausgeschnitten, wodurch aber der Stamm ruinirt wird, indem sich inHijj " Vertiefungen Wasser sammelt, in das Holzgcwebe eindringt und Faul»da^.^^ursacht. Ein Arbeiter kann in einem Tage 100 bis 150 Pfd. undbjz " Harz scharren und zugleich die Lachten Ausschneiden. Ein mit 3bei ;. "achten versehener, etwa 50 Z. im Umfange messender Baum liefertHar/e ^gasigem Harzscharren im Durchschnitt H bis l, zuweilen l^ Pfd.biei. i mit Ausschluß des Flusses), schwächere Stamme oft nicht halb soDas in den Harzmästen beim Harzscharren gesammelte Harz wird

Ud> Ler, d. gcs, Land- und Hausw. I V.

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