Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
520
JPEG-Download
 

520

Hanbe Hauderge.

lich: r>) physikalisch hau bar nennt man einen Holzbestand, wenndie Bäume entweder Alters halber nicht mehr beträchtlich wachsen, oderwenn sie wegen der schlechten Beschaffenheit des Bodens und der Ortslagenur noch einen unbedeutenden Zuwachs haben; b) ökonomisch haubarist ein Holzbestand alsdann, wenn er so alt ist, wie er mit Rücksicht aufBoden und Lage werden muß, um, im Durchschnitte genommen, denstärksten jährlichen Zuwachs geliefert zu haben, und zugleich Holz zu geben,das eine den Bedürfniffen vorzüglich entsprechende Stärke und Güte hat;merkantilisch haubar hingegen ist ein Holzbestand, wenn das Holzso stark geworden ist, wie es den Umständen und Verhältniffen nach seinmuß, um dem Eigenthümer von seiner Waldfläche den größten Geldertragzu verschaffen,, der durch Berechnung des Erlöses aus dem Holze und derZinsen in einem angenommenen Zeiträume zu erlangen ist.

Haube, nennt man I) das Dach über einem Pferdegöpel, umihn gegen die Witterung zu schützen; 2) die obere Decke des Kohlenmei-lers, die von kurzen Holzstücken kugelförmig, oder in der Form eines hal-ben Eies gebildet ist, und in welcher die Oeffnungen zum Abführen desRauches sich befinden; 3) das Dach einer holländischen Windmühle; 4) dasGewölbe eines Backofens, 5) so viel als Kuppeldach, besonders ein ge-schweiftes, sogenanntes Helmdach, auch welsche Haube insbesondere ge-nannt; 6) ein kleines leichtes viereckiges Netz, an dessen 4 Ecken Bleiku-geln befestigt sind, und welches über die Oeffnungen der Röhre» gebreitetwird, wenn man die Füchse durch Hunde, die Kaninchen durch Frettchenherausjagen läßt, wo sie sich dann dort fangen; 7) der zweite Magen derwiederkäuenden Thiere und die 4 Häute derselben, auch Mütze, Netzmagen,Garn genannt (s. Magen).

Haubentaucher, s. Steiß fuß.

Hanberge, si Hackwaldwirthschaft.

Hauberge , Heuberge, ist der Name der großen Gebäude dereiderstedtischen Hausleute, welcher aus jener Zeit herstammt, wo die An-bauer bloß oder doch vorzüglich Heu nur von ihrem Lande bergen konnten.Die gewöhnliche Bauart derselben zeichnet sich durch einen, in der Mittedes Gebäudes liegenden, 20 bis 30 F. ins Quadrat haltenden Raum,den sogenannten Vierkant, aus,, der bloß aus Gebälke bis unters Dachaufgeführt ist, und dessen ursprüngliche Bestimmung, bei der ehemaligenalleinigen Heuernte, die Bergung des Heues war, der aber jetzt beim Ein-fahren der Rapssaat zum Abladungsplatze dient, und mehcentheils denKorn-vorrath aufnimmt. Um den Vierkant liegen 4 andere längliche Vierecke,davon das vorderste, fast immer gegen Süden, das Wohnhaus, das öst-liche und theilweise auch das nördliche Vieh- und Pferdeställe bilden, undwovon das westliche eine Tenne ausmacht. Die eigentliche Wohnung desEiderstedters ist, ebenso wie in manchen andern Gegenden, auch mit einemGallazimmer, der sogenannten Pesel oder Pisel, versehen, welches diegrößte Stube des Hauses ist, und worin die Familie gemeiniglich auch imSommer wohnt; außerdem hat das Haus auch noch 3 bis 4 kleinere Ge-legenheiten. Die Stalle, Boosen, sind in Stände, meistens zu 2 StückVieh, abgetheilt, anstatt mit Lehm- oder Pflastersteinen, mit eichenen Boh-len ausgedielt, und der Lange nach mit 2 Ringen versehen. Wegen dergroßen Kostbarkeit. des Holzes sind die meisten Hauberge in Eidecstcdt von

l

>

s

t

r

c

r

a

k

t

(5

d

st

(

b

cf

z>

s«

cl:

bi

ch

5

«I

d;

A

le

>v

rc