Haus.
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weg, hier ist nur überhaupt auf hinreichende Holzstarke und passende Ver-bindung der Zimmerstücken zu sehen; die Fächer sollen stets ^ F. stark mitSteinen ausgesetzt sein. Die Schwellen müssen um einige Fuß über demErdboden liegen, um nicht von der Feuchtigkeit zu leiden. Bei massiven so-wohl, als Fachwerkgebäuden, sofern sie nicht erst neuerlich erbaut sind, lasseman sich nicht durch den ctwanigen neuen Abputz über den Zustand der Mauernlauschen. Auf die Beschaffenheit des Grundes ist in Betracht der Festigkeithauptsächlich bei ganz neuen Gebäuden zu sehen, welche sich noch nicht völligzusammengesetzt haben; bei solchen kommt namentlich auch die Trockenheitdes Grundes in Betracht, indem die Grundmauern solcher Gebäude, derenKeller sich bei hohem Wasscrstande mit Wasser füllen, wenn der Bau-grund nicht günstig ist, dem Unterwaschen ausgesetzt sein können. Beisolchen Häusern, welche viel Druck, z. B. durch bedeutende Kornböden u.s. w. aushalten sollen, ist die Stärke der Balken natürlich am wichtigsten;indessen haben allzu schwache Balkenlagen in einem Wohnhause stets dendoppelten Nachtheil, daß die Fußböden und die aus denselben stehenden Ge-genstände beim Hin- und Hergehen erzittern und daß der Schall sich durchden Fußboden leicht aus einem Stockwerke in das andere verbreitet. Ostsind in Gebäuden, welche äußerlich und innerlich ein gutes Ansehen haben,die Balkenköpfe schon angefault; dasselbe gilt von den Sparrenköpfen; wes-halb beide, wenn irgend ein Verdacht vorhanden ist, sorgfältig zu unter-suchen sind. Besondere Aufmerksamkeit verlangt das Dach, weil dieses,wenn es nicht dauerhaft gebaut ist, in der Regel die häufigsten Reparatu-ren veranlaßt. Flache und gebrochene Dächer (Mansarden), ferner solche,die viele Einkehlen oder vorgebaute Fenster haben, leiden am leichtesten.Die Dichtigkeit der Eindeckung prüfe man, wo möglich, durch Erfahrung,indem man untersucht, ob das Dach einen schrägen Schlagregen durchläßtoder nicht (vergl. Dach). — Was die Einrichtung und die davon ab-hängende Bequemlichkeit und Wohnlichkeit des Hauses anlangt, so werdenin den meisten Fällen Gebäude von größerer Tiefe, sowohl im Ganzen alsder einzelnen Zimmer, dem Bedürfniß am besten entsprechen. Tiefe Zim-mer haben den doppelten Vorzug, daß Meubles und andere Gegenständesich darin besser aufstellen lassen, und daß sie leichter eine gleichmäßige Tem-peratur erhalten. In Zimmern von geringer Tiefe müssen wenigstens dieThüren außer der Mitte der Wände stehen, um den nutzbaren Raum nichtNoch mehr zu beschränken. Hohe Zimmer, insofern sie nicht den Verhält-nissen nach zu viel Heizungsmaterial kosten, empfehlen sich durch reinereLust. Die Lage der einzelnen Räume gegen einander kann natürlich nurNach dem jedesmaligen Bedürfnisse beurtheilt'werden; Hauptrücksichten sindjedoch: die Oeffnungen der Zimmer gegen den Vorsaal oder Corridor; dieLage der Schlafzimmer in Beziehung auf nothwendige Durchgänge; dieLage der Küche und anderer wirthschaftlicher Räume, welche in einer wohl-keocdneten Wohnung außerhalb des eigentlichen Wohnbezirkes gelegen unddoch bequem zugänglich sein sollen; die Lage der Treppen, wobei zu bemer-ken , daß eine Nebentreppe in der Regel die Bequemlichkeit des Hauses sehrkchöht; endlich der Abschluß der verschiedenen Etagen von einander, inso-fetit dieselben zu verschiedenen Wohnungen dienen sollen oder nicht. In^llen solchen Beziehungen prüfe der Käufer, wenn er Hauptrücksicht aufdas Wohnhaus mitzunehmen hat, nicht nur seine dermaligen Bedürfnisse,sondern er bedenke auch mögliche Veränderungen, welche Familienverhältnisse