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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Haut Hautflügler.

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unter innner bi'tam'C, und am afU-rbstnnffen am Bauche findet, weil dieser,sowohl durch den Umfang des Hinterkörpers, als auch einigermaßen durchdie Hinterschenkei geschützt wird. Aus dem bisher von den Eigenschaf-ten und den so wichtigen Verrichtungen des Haut'pstems Gesagten wirdleicht ersichtlich werden, welche Sorgfalt die Viehbesitzer bei ihrem Vieh aufdaS Reinigen und die sonstige Pflege der Haut zu verwenden haben. Istdie Organisation.der Haut in einer Verfassung, welche den Gang des wich-tigen AusdünstungSqeschäftes hindert,, d. h. wenn die Ausführungsröhrchenan ihren äußern Mündungen durch Unreinlichkeiten verstopft werden, sokann auch die Natur sich der aufgenommenen schädlichen Materien nicht ent-ledigen. ES ist ungemein auffallend, welchen günstigen Einfluß das Rein-halten der Haut auf das Wohlbefinden der Pferde und des Rindvieheshat. Auch bei letzterem, wenn es, ganz auf dem Stalle gehalten, gestrie-gelt wird, vermehrt sich erfahrungsmäßig die Freßlust, die Vccdauungskraft,die Milch, und selbst die von solchen Kühen fallenden Kälber haben einevor aiidern sich auszeichnende gute Beschaffenheit.

Haut, wird das Fell des Elen- Edel-, Damm- und fffehwildes ge-nannt. Bei den Dachsen und Sauen nennt man es Schwarte, und beiden Hasen und allen Raubthieren Balg. Nur bei den Baren nennt mansie Decke; in einigen Gegenden wird jedoch auch die Haut des Nothwil-dcs Decke genannt.

Haut ! 1a haut ! oder Hoch! spricht man zum Hühnerhunde,wenn er das Apportirte aufrecht übergeben soll ; soll er es aber sitzend ab-geben ,^so spricht man zu ihm: Setz dich! oder assis !

Hautbalge. sind innere Fortsätze der Haut. Sie liegen in derSubstanz der Leöerhaut, und reichen, wenn sie größer sind, noch unterdieselbe. Zwischen den Haaren befinden sich immer eine sehr große Mengesehr kleiner Fettbalge, welche ein zum Einölen der Haare bestimmtes Fett(bei den Schafen d^r Fettschweiß genannt) absondern. Außer diesen ein-zeln stehenden Balgen finden sich in manchen Thieren auch zusammenge-häuste, z. B. in den Schafen in einer Hautfalte zwischen den Klauen, invielen Nagethieren, Fledermäusen u. s. w. in der Backe, im Elephantenan den Schläfen, in mehrern Wiederkäuern unter dem Auge, in mehrernSäugethicren unter dem Schwänze, in der Nähe des Afters oder der Zeu-gungstheile u. s. w. In allen diesen Drüsen wird ein eigenthümliches, oftsehr stark riechendes Fett abgesondert, was, wenigstens in vielen Thieren,zum Einölen der Haare dient. Die Absonderungen derselben werden beivielen Thieren besonders zur Begattungszeit verstärkt, und sie sind in demmännlichen Geschlechte weit stärker, als in dem weiblichen.

Hautflügler , die neuartige Jnsecten (ttynionoptors),eine Ordnung der Jnsecten, die sich besonders durch 4 häutige, nicht ma-schenförmig geäderte Flügel charaktecisirt. Ihre, mitten auf dem Vocder-kopfe stehenden, Fühler bestehen gewöhnlich aus 5 bis 20 Gliedern; ihrezu beiden Kopfseiten stehenden Augen sind stark gewölbt und zusammenge-setzt, mit netzförmiger Außenfläche; gewöhnlich findet man noch 3 kleineNebenauqen. Der hornartige gezähnte oder auch zahnlose Oberkiefer dientzum Freßwerkzeuge, und der kurze, zweitheilige, hautartige Unterkiefer bil-dn oft eine Rinne, welche die verlängerte Zunge enthält, wodurch derSäugrüssel entsteht. Die Kiefertaster bestehen gewöhnlich aus 2 bis 6Gliedern, die Lippentaster dagegen nur aus L bis . 4 . Ihr Hinterleib ist