Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
542
JPEG-Download
 

542

Hechel Hecht»

eingesenkt sein muß, wird jetzt nachsteigen und den Heber von selbst füllen,c) Eollardeaus Heber, wo an dem gewöhnlichen Heber gegen das obereEnde des langen Schenkels eine gekrümmte Röhre in entgegengesetzter Rich-tung angeschweißt, so daß sich der längere Schenkel derselben in einiger Ent-fernung über der Biegung des eigentlichen Hebers nach oben endigt, und zu-gleich an der dortigen Ocffnung mit einem Trichter versehen ist, währendbeide Schenkel des Hebers sich nach unten geneigt öffnen. Um diesen Heberin Thätigkeit zu setzen, gießt man Flüssigkeit in den vorerwähnten Trichter,wodurch sich die Arme der angeschweißten Röhre füllen, bis die Flüssigkeitin den längern Schenkel des Hebers fällt. In dem Augenblicke, in wel-chem dies geschieht, steigt die Flüssigkeit auch aus dem Gefäße, in welchesder längere Schenkel eingetaucht ist, in die Höhe und füllt den Heber.Die Ausflußgeschwindigkeit nimmt in jedem Heber in dem Maße ab, alsdurch das Sinken der Flüssigkeit im Gefäße das Niveau derselben im kür-zeren Schenkel sich dem im längern Schenkel nähert. Indeß kann manauch einen Heber einrichten, bei welchem der Ausfluß stets gleichförmigbleibt, indem man, anstatt den kürzern Schenkel des Hebers unverrücktim Gesäße anzubringen, ihn vielmehr durch einen großen Kork oder bergt,hindurchgehen laßt, durch den er stets bis zu gleicher Tiefe schwebend inder Feuchtigkeit erhalten wird. Um mittelst des Hebers einen Spring-brunnen darzustellen, braucht man bloß den längernSchcnkel eines gewöhn-lichen Hebers ein wenig wieder aufwärts zu biegen und die, solcher Gestaltnach oben gekehrte, Mündung desselben in eine Spitze auszuziehen, so daßeine feine Oeffnung entsteht, indem sodann, statt unten abzufließen, dieFlüssigkeit durch diese Oeffnung in die Höhe spritzt (vergl. Tropfheber,Stech- oder Stichheber).

Hechel, ist ein bekanntes Werkzeug, um die Fasern des Gcspinnst-materials gleich zu ziehen, sie zum Theil zu spalten, damit sie feiner wer-den, aber auch um die anhängenden Holztheile und die ungleichen Fasern,das Werg herauszubringen. Man hat verschiedenartige Hecheln, gröbereund feinere, welche nach Beschaffenheit des zu erreichenden Zweckes ange-wendet werden (s. Flachs). Die Brcter zu den Hecheln, worin dieMetallstifte befestigt werden, sind I bis 2 F. lang, 6 Z. breit und ^ Z.dick. Sie werden hauptsächlich aus Buchcnholze, besonders in Krain undTyrol verfertigt und in Handel gebracht.

Hecht sLsox lueius), ein bekannter Raubfisch, den man in allenSeen, Teichen und Flüssen antrifft, und der sich von andern Fischen,Amphibien, Wasserinscctcn und Gewürmen nährt. Er ist ungemein ge-fräßig, so daß er alles Lebendige, was er bewältigen kann, verschlingt, jasogar seines eigenen Geschlechts nicht schont. Seine Lieblingsspeise sindKarauschen. Er wachst sehr schnell und erreicht schon im ersten Jahre eineLänge von 8 bis 10 Z. und wird 2 bis 9 F. lang. Die Flußhechte wer-den meist £ Ellen lang, 3 Z. dick und 4 bis 5 Pst>. schwer, wo sie danndie schönsten Tafelhechte abgeben und vom besten Geschmacke sind. EinigeHechte laichen im Februar, andere im März, April und Mai. Sie lassensich, besonders im Winter, lange in Kästen und Haltern, am besten imFlußwasser erhalten und können dabei mit kleinen Fischen, Krebsen u.s. w-gefüttert werden. Da der Hecht nicht nur kleinere Fische, als er selbst ist,angreift, sondern auch der größten nicht schont, indem er sie, wenn er sieauch nicht gleich auf einmal verzehren kann, doch zu Schanden beißt und