Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
544
JPEG-Download
 

544

Hechtbanch Hecke-

leicht verdaulich, das der alten dagegen grob und schwer verdaulich/ wassowohl vom frischen als vom Salzhechte gilt. Der Flußhccht ist demHechte aus Teichen und schlammigen Wassern weit vorzuziehen. Am fettestenund schmackhaftesten ist er im Februar, am wenigsten schmackhaft im März,wo er Frösche zu fressen, auch meist zu laichen anfängt. Im Juli undAugust wird er wieder recht gut und erhält ein derberes Fleisch, das nachder Laichzeit verhältnismäßig weicher war. Die Milchner werden den Rognernvorgezogen; und es bleiben jene auch in der Laichzeit immer noch besserals diese. Bei den Grashechten macht die Jahreszeit keinen Unterschiedim Fleische, wenn sie im siießenden Wasser leben. In Tümpfeln undGräben aber- bekommen sie bei heißem Wetter um die Erntezeit ein sehrweiches Fleisch zu großem Nachtheil ihres Geschmackes. Der Hechtrogensoll nach Einigen schädlich sein, waS jedoch nur Borurtheil zu sein scheint,da er, nach Andern, mit Sardellen ein schmackhaftes Gericht abgiebt, auch,im Winter wie Caviar behandelt, in Pommern und in der Mark unterdem Namen Ketzin ohne Schaden in Menge verspeist wird; nur gehörteine gute Verdauungskraft dazu. Als das Dclicateste am Hechte gilt di»Leber. Man darf den Hecht nicht gleich nach dem Schlachten zubereiten,sondern muß ihn wie die Fleischarten einige Zeit liegen lassen, damit ermürbe werde.

Hechtbcruch, ist ein, nach den Flanken zu stark heraufgezogener,Bauch, wie er sich besonders bei plattcippigen und eselsrückigen Pferden findet.

.Hechtskopf, ist ein Pferdckopf, der lang, dünn und auf der Naseeinwärts gebogen ist und immer mißfällt.

He<Ee, ist eine von Baum- oder Slraucharten gezogene, theils zurBefriedigung, theils zu Spaziergängen in den Lustgärten bestimmte, grünendeWand, welche sich von dein lebendigen Zaune dadurch unterscheidet, daßdie Zweige bei diesem, wenn sie einmal zu der gewünschten Höhe herauf,gewachsen sind, nicht wie bei jener, durch Binden, sondern bloß durch denSchnitt, in einer egalen Form erhalten werden. In den Lustgärten nachfranzösischem Geschmack spielen die Hecken eine Hauptrolle und man findetsie in diesen häufig als 8 bis 10 Ellen hohe Scicenwände der Spaziecgänge.Gewöhnlich sind sie aus der Roth- und Weißbuche gezogen, da sich dieseals dicht wachsend und den Schnitt wohl vertragend am besten dazu eignen.Jedoch lassen sich auch aus Rüster, der Linde, der Eiche, der gemeinenAcacie, dem Ahorn, dem. weißen Maulbeerbaum und besonders aus derEorneliuskicschc schöne, hohe Hecken bilden. Bei Anlegung der Heckenwerden die gut bewurzelten Holzpflanzen im Frühjahre, oder noch besserim Herbste, etwa I Finger dick, bis auf £ F. abgeschnitten, -i F. weilvon einander in geraden Linien in dem Raume, welchen die Hecke künftig'hin einnehmen soll, gesteckt und zwischen jede wird ein geringer Pfahl von3 F. Höhe gebracht. Will man die Kosten der Pfähle nicht anwenden,die jedoch immer noch billiger, als Geländer, welche von Einigen für diesenZweck vorgeschlagen werde», zu stehen kommen, so müssen die Seitentriebeund Schenkel in der Folge kreuzweise an und über einander gebunden wer-den. 2vi ersten Sommer läßt man sie ruhig wachsen. Im Spätherbsteoder im Frühjahre werden sämmtliche Setzlinge bis auf einen Finger langmit Allem, was sie getrieben haben, von der Erde weggeschnitten, so daßnur 1 bis 3 Augen stehen bleiben. Nun machen sie erst fest eingewurzelt .

starke Triebe und tüchtige Schenkel. DaS folgende Jahr, im Herbste oder