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Die Staatsforstwirthschaftslehre : ein Handbuch für Staats- und Forstwirthe / von Karl Heinrich Edmund von Berg
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Der höchste Werth eines Volkes kann sich nur in derungehinderten Ausbildung seiner Eigenthümlichkeiten aus-sprechen, welche in der Natur seines Heimathlandes beruht.Wenn der Mensch Freude an der Natur hat, die ihn um-gebende zu erkennen versteht und sie mit sich selbst in Ein-klang bringt, wird er zufrieden sein und ein zufriedenerMensch erleichtert sehr die Last des Regierens. Daher dieEigenthümlichkeiten der Volkscharaktere unter den verschie-denen Umgebungen eines Landes, daher aber auch die Noth-wendigkeit, die Natur und in ihr die Wälder zu verschönernund als sittlichen Hebel zu benutzen^).

>) Alexander von Humboldt sagt: „Die Formen der Ge-wächse bestimmen die Gestaltung und Physiognomie der Land-schaft und diese hinwieder hat Einfluß auf die moralische Stim-mung der Völker."— Einen Ausspruch E. M. Arnd's vergl.tz. 11 Not. 4. — Gewiß sind die Sätze richtig. Der Berg-bewohner, geboren und lebend in der Mitte düstern Nadelwal-des, ist ernster gestimmt, seine Lieder, seine Sagen sind düster,melancholisch, aber treu hängt er an seiner Heimath, wie der,welcher im lustigen Laubwaldc das Leben Heller ansieht rc. Wieganz anders ist der muntere, kecke Sohn der Alpen, gegen denschwerfälligen Saterländer, der aufgeweckte harzer Bergmannund der oftfriesische Schiffer u. s. f.

2) Nomaden, Iägervölker, Ackerbau, Schifffahrt, Handel,Bergbau und Fabriken, das Alles hängt von der Natur desLandes ab, und viel davon ist in der Bewaldung begründet.Man nehme Deutschland seine Wälder, vermindere in einemfort seine Eichen, seine Buchen, der Einfluß auf den Geist unddas Gemüth des Volkes wird nicht ausbleiben. — Was machtden Eskimo in seiner Rauchhütte so zufrieden, als den Zndierunter dem Palmendache oder uns in unserm wohnlichen Hause?— die Gewohnheit seiner Umgebung. Gewiß viel trägt die man-