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1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
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Rückblick.

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Dieser Umstand erklärt die günstigen Wirkungen, welcheammomakreiche Düngmittel auf die Vegetation im Frühlingausüben, während ihr Einfluß unter sonst gleichen Umständenim Sommer nur gering ist.

Wenn die Pflanze in der That in der ersten Zeit ihrerEntwicklung eine entsprechende Anzahl von Blättern und Wnr-zelfasern gewonnen hat, so kann, wenn die anderen Nahrungs-stoffe im Boden nicht fehlen, eine weitere Zufuhr von Ammo-niak für die Ausbildung des Gewächses nicht von großem Nutzensein, da die vorhandenen Blätter jetzt aus der Lust aufzunehmenund zu empfangen vermögen, was sie an stickstoffreicher Nahrungzur Samenbildung bedürfen. Im Sommer ist die Lust reicheran Wafferdampf als im kälteren Frühling und da nach allenhierüber angestellten Untersuchungen der Ammoniakgehalt derLust mit der Temperatur und ihrem Wassergehalte steigt, sofinden die Pflanzen aus diesem Grunde im Sommer mehr Am-moniak in der Luft vor als im Frühling, und man kann es alseine Regel betrachten, daß die Gewächse in der kälteren Jahres-zeit abhängiger sind voll einer Zufuhr von Ammoniak aus deinBoden als in der wärmeren, oder daß die Anwendung stickstoff-reicher Düngmittel im Frühling am nützlichsten für die Ge-wächse ist.

Als eine ziemlich allgemeine Erfahrung hat es sich inSchottland und England herausgestellt, daß zu einer guten undsicheren Ernte von Rüben die phosphorsauren Erdsalze nichtimmer genügen; im Mai gesäct muß denselben ein ammoniak-reiches Düngmittel zugesetzt werden, während die Rüben in derMitte Juni gesät, mit Phosphaten allein, in der Regel ebensogut als in Verbindung mit Ammoniak gedeihen.

Es lassen sich hieraus ziemlich genau die Fälle bestimmen,in welche» das Ammoniak geradezu schädlich wirkt; denn während

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