Buch 
1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
Entstehung
Seite
278
JPEG-Download
 

278

Rückblick.

ders nützlich für die Getreidepflanzen, obwohl auch das Wachs-thum der Klee- und Wurzelgewächse auf vielen Feldern mäch-tig dadurch gesteigert wird; im Allgemeinen beweist das üppigeGedeihen der Futtergewächse auf Feldern, die keinen stickstoff-haltigen Dünger empfangen haben, daß die Nützlichkeit oderNothwendigkeit dieser Dünger für die Getreidefelder nicht be-dingt sein kann durch einen Mangel an Zufuhr von Stickstoffaus natürlichen Quellen, nnd nicht daraus erklärt werden kann,weil es den Getreidepflanzen an dieser Zufuhr gefehlt habe.Die über einem Klee- und Kornfeld schwebende Luftsäule bietetdem Korn ebenso viele Kohlensäure- und Ammoniaktheilchen darals dem Klee, nnd auf dem nämlichen Boden, auf welchem derLandwirth einen sehr geringen Ertrag an Stickstoff in Kornund Stroh hatte, erntet er, wenn er eine Futterpflanze daraufbaut, das Drei- und Vierfache an stickstoffhaltigen Bestandtheilen;die nämliche Quelle, woraus die Kleepflanze ihren Bedarf anStickstoff schöpfte, stand auch der Kornpflauze offen, und wenndie Klcepflanze- das Drei- bis Vierfache empfing, so konnte dieKornpflanze keinen Mangel daran haben. Es ist ganz sicher,daß ein Boden, welcher einen geringen Ertrag an Korn gelieferthat, nicht fruchtbarer wird für Korn, auch wenn demselben diereichlichsten Mengen Ammoniak zugeführt werden.

Der Grund des Nichtgedeihens des Korns muß demnachin anderen Verhältnissen liegen, und die Nächstliegende Ursachemuß in der Beschaffenheit des Bodens gesucht werden.

Auf der anderen Seite kann es nicht bezweifelt werden,daß zwei an den firen Nahrungsmitteln der Gewächse gleichreiche Felder dennoch ungleich fruchtbar für Korngewächse find,wenn das eine derselben mehr kohlenftoff- und stickftoffreicheorganische Materien als das andere enthält; das hieran reichereliefert eine» höheren Ertrag an Korn und Stroh; eS ist ferner