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1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
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vorbringen. Erst wenn dieß alles geschehen, ist die Anwendungdes Ammoniaks gerechtfertigt.

Der mächtige Einfluß, welchen der Guano und ähnlichestickstoffreiche Düngmittel auf die Steigerung der Kornerträgeausübt, hat zu einer Zeit, wo man die Unentbehrlichkeit deranderen Nährstoffe zur Wirksammachung der Stickstoffnahrungnoch nicht kannte, zu der Vorstellung geführt, daß das Ammo-niak der vorzugsweise wichtige Düngerbestandtheil sei, daß manfür seine Zufuhr vor Allem Sorge tragen müsse und daß derWerth der Düngmittel im Verhältniß stehe zu ihrem Stickstoff-gehalte. Diese Ansicht ist aus einem verzeihlichen Irrthumhervorgegangen, in den man früher in der Wissenschaft nurallzuoft verfiel und dem man darum heute noch begegnet.

Es ist ganz richtig, daß man den landwirthschaftlichenWerth der Guanosorten und aller Ercremente vonThiere.» für die Samenproduction sehr genau messen undnach dem gewonnenen Maßstab beurtheilen kann durch ihrenStickstoff- und Ammoniakgehalt, und es liegt der begangeneFehler wesentlich darin, daß man, auf diese an sich wahrenThatsachen gestützt, die Wirkung dieser Dünger in den Stick-stoff hineinlegte, der in dieser Wirkung eine Rolle, aber inden meisten Fällen eine sehr untergeordnete spielt. Es ist dießderselbe Irrthum, welchen Lav visier und Davy begingen, alsder eine den Sauerstoff, der andere den Wasserstoff als dassaure-erzeugende Princip bezeichnete.

Um dieß zu verstehen, muß man sich an die Zusammen-setzung der Samen, des Fleisches und derjenigen Pflanzenbe-standtheile erinnern, welche zur Bildung des Blutes dienenund welche eine dem Fleisch ähnliche Zusammensetzung besitzen.3n allen diesen Stoffen sind die verbrennlichen und unver-drennlichcn Bestandtheile des Blutes enthalten. Ein Mensch,