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1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
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Rückblick.

hundert-, oft tausendmal mehr Ammoniak in einer ähnlichenForm enthalten, als es im verrotteten Stallmist, im Knochen-mehl oder Repskuchenmehl enthalten ist, und man steht ein,wenn es nur an einem einzigen der anderen Bodenbestand-theile mangelt, daß der vorhandene Reichthum an Ammoniaknicht wirksam und thätig sein kann.

In der Umgebung Magdeburgs hat man angefangen dieBrennrückstände der Rübenzuckermelasse, welche die löslichenSalze der Runkelrübe (keine Ammoniaksalze) enthalten, alsTüngmittel zu verwenden, und ich bin versichert worden, daßdamit auf einem und demselben Felde mehrere Jahre hinter-einander die reichsten Reps- (ebenfalls eine Rübe-) Ernten er-zielt worden sind. Für ein jedes Feld gibt es ein solches Mit-tel; wenn man sich aber begnügt, das Ammoniak lobzupreisen,so findet man es nicht. ,

Der Boden enthält niemals freies Ammoniak, und wäh-rend der Fäuluiß des Mistes geht der größte Theil des frei-gewordenen in eine chemische Verbindung mit den humosenBestandtheilen desselben über, die es direct der Jauche entziehen,woher es denn kommt, daß diese verhältnißmäßig arm andiesem Bestandtheil ist. Führt man freies Ammoniak oder einAmmoniaksalz dem Felde zu, so geht es augenblicklich mit denBestandtheilen der Ackerkrume eine Verbindung ein, von wel-cher die Pflanze diesen Nahrungsstoff empfängt. In dieserWeise häufte und häuft sich das im Regen zugeführte Ammo-niak im Boden an, und man sollte deshalb verständigerweisekein Geld für das theuerste aller Düngmittel ausgeben, eheman sich versichert hat, daß weder phosphorsaurerKalk für sichoder mit Schwefelsäure aufgeschlossen, oder Asche, oder beidevereinigt, oder Kalk eine Wirkung auf dem Feld, zunächst beiHackfrüchten, auf welche »ran Halmgewächse folgen läßt,