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Zweiter Teil. Von der Erfindung der Logarithmen bis auf die Gegenwart / von Dr. A. von Braunmühl
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Die Erfindung der Logarithmen und ihr Einfluß auf die Trigonometrie. 23

j/oos i±SL=rJL cos L+.L=JLsin a sin y

erhältlichen Form zum erstenmal ausspricht, während Neper diesenFall noch mit rechtwinkligen Dreiecken behandelte. 1 ) Die Formu-lierung seiner Sätze entspricht genau der von Neper eingeführtenArt und Weise, die sich noch lange Zeit erhielt.

Hier müssen wir auch noch eines goniometrischen Satzes ge-denken, auf den Kepler an mehreren Stellen zurückkommt. In demComm. de stella Martis sagt er nämlich 2 ), daß, wenn a ein kleinerWinkel ist, die Proportion bestehe:

(sin a + sin 2 a + + sin na) : (sin « + sin 2« + + sin= (1 cos na) : 1,

ein Satz, den er wahrscheinlich durch Induktion fand. Außerdemkennt er auch den Satz, daß sec 89° + tg 89° = sin 1° + sin 2° -f-+ sin 90° ist, welchen zuerst Cardano in seinem über de subtilitategegeben hat. Dabei bemerkt Kepler, Bürgi habe denselben be-wiesen. 3 ) Übrigens hatte schon Archimedes in seiner Schrift über

die Kugel und den Zylinder den Wert der Summe erd a + erd 2a-j -

+ erd na geometrisch abgeleitet. 4 * )

Auf seine Logarithmen ist Kepler später noch einmal zurück-gekommen, indem er in seinen 1627 erschienenenRudolfinischenTafeln, die nach ganzen Intervallen wachsenden Zahlen, welche sichauf den Radius 10 7 bezogen, ganz wegließ und dafür die Logarithmender Zahlen mitteilte, die von 5 zu 5 Sekunden nach dem in '60 Teilegeteilten Radius oder von 2 zu 2 Minuten nach einem in 24 Teilegeteilten fortschritten. 6 ) Es war dies deshalb geschehen, weil er injenen Tafeln noch immer die früher allgemein gebräuchliche Sexa-gesimalrechnung bevorzugte, um die ersteren allgemein zugänglicher zumachen. Außerdem teilt aber Kepler daselbst auch einenCanonLogarithmorum et Antilogarithmorum ad singula Scrupula circuli mit,der von 0° bis 90° läuft; fernerParticula Canonis Antilogarithmorumexactiorum ad denarias secundorum, pro Eclipsibus, d. h. eine Tafelder Cosinus, die von 10" zu 10" von 0° bis 1° 40' fortschreitet 6 ),und endlich eine Tafel der Logarithmen der Tangenten für alle Minutender ersten 9 Grade. Für diese führt er den NamenMesologarithmen

1) Deseriptio 5051. 2) Opera Kepleri. Ed. Frisch. III, 390 u. 105.

3) Ebenda III, 335. 4) Vgl. Gino LoriaLe scienze esatte nell antica Grecia.

Lib. II, n. 38. 5) Heptacosias logarithmoium logisticorum. 6) Antilogarithmen

heißen bei ihm nämlich die Logarithmen der Cosinus.

b

COS y =