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Zweiter Teil. Von der Erfindung der Logarithmen bis auf die Gegenwart / von Dr. A. von Braunmühl
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1. Kapitel.

Analogieen zum erstenmal genau in der Form ausgesprochenfinden 1 ), in welcher wir sie noch heute verwenden, abgeleitetsind sie jedoch merkwürdigerweise auch hier nicht.

Zwei Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches veröffentlichtederselbe Gellibrand noch ein zweites Tafelwerk, in welchem dieZehnerlogarithmen der ersten 10000 Zahlen, sowie die Logarithmender trigonometrischen Funktionen für alle Minuten auf 7 Stellen ent-halten waren.

Leider war Briggs vortreffliche Tafel zu spät erschienen,um der zentesimalen Gradeinteilung noch Eingang verschaffen zukönnen, denn schon 1620 hatte Edmund Gunter in seinemCanon Triangulorum, London in 4°, eine logarithmisch-trigonome-trische Tafel veröffentlicht 2 * ), welche Zehnerlogarithmen auf 7 Dezi-malen gab und dabei die Sexagesimalteilung des Kreises aufrechterhielt. Gunter war 1581 in Herfordshire geboren, 1619 Professorder Astronomie am Gresham College in London und VorgängerGellibrands, während Briggs zur nämlichen Zeit die Professur fürGeometrie daselbst bekleidete. Er starb 1626. In dem erwähntenWerke führte Gunter auch die Bezeichnung Cosinus und Co-tangens ein, indem er statt des bisher gebräuchlichensinus com-plementico. sinus schrieb; ferner schreibt ihm Briggs ausdrück-lich die Einführung der dekadischen Ergänzung in dielogarithmische Rechnung zu 8 ), und auch die Idee der logarith-mischen Kurve soll von ihm stammen. 4 ) Auf Gunters Schrift be-ziehen sich, ähnlich wie auf die Arbeiten Briggs, viele spätere Be-arbeiter der Trigonometrie, so daß ihm neben seinem berühmterenKollegen ein hervorragender Einfluß auf die Weiterbildung derselbennicht abgesprochen werden kann.

§ 5. Die Einführung der dekadischen Logarithmen in den Nieder-landen, in Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden.

In den Niederlanden, wo noch im Jahre 1627 die Trigonometrievon Snellius erschienen war, die keinerlei Notiz von der Erfindungder Logarithmen nahm, wurden dieselben durch Adriaen Vlacq be-kannt gemacht. Vlacq oder Vlack 5 * * ) war in der holländischen Stadt

1) Trigonometria Britanniea 93, 99, 100, 105. 2) Neu aufgelegt 1023

in 4° und 1673 inThe Works of G. London. 4°. 3) Briggs, Arithmetica

logarithmica. Cap. XV. 4) Hutton a. a. 0. XL. Gunters Tafel, die nach

Glaishers Angabe in den letzten Stellen viele Fehler enthält, erschien 1673

noch einmal in London in 5. Auflage in 4° : The Works of Ed. Gunter with

a canon of artificial sines and tangents. 5) Siehe das Biographische bei

Cantor II, 2, 743.