Die Erfindung der Logarithmen und ihr Einfluß auf die Trigonometrie. 31
Gouda (1600?) geboren. Während seines Aufenthaltes in seiner Vater-stadt war er 1626 bei der Firma Pieter Rammasejn beschäftigt,die sowohl seine Werke, als die Geometria Britannica herausgab. Von1633 bis 42 lebte er als Buchhändler in London, siedelte dann nachParis über und ließ sich 1648 in Haag als Buchhändler nieder. Von1665 an geht uns seine Spur verloren. Während des Aufenthaltes inGouda studierte er im Verein mit einem dortigen Feldmesser undLehrer der Mathematik Ezechiel De Decker die Schriften vonNeper, Gunter und Briggs, und da sie fanden, daß selbst hervor-ragende Mathematiker seines Vaterlandes mit diesen Werken nochnicht bekannt waren J ), so beschlossen beide, dieselben in holländischerSprache und unter dem Titel „Erster deel von de Nieuwe Tellkonst“herauszugeben. Dieser „Erste Band der neuen Zahlenkunde“ erschienauch 1626 in 4 02 ) und zwar unter dem Namen De Deckers undenthielt die Schriften Nepers und einiges andere. Aber in dem-selben Jahre veröffentlichte De Decker in dem gleichen Verlag einzweites Werk in 8° mit dem Titel „Nieuwe Tellkonst“, das auch dieTafeln von Briggs und Gunter enthielt, aber nicht als zweiterBand des ersterwähnten bezeichnet wurde, vielmehr gab De Deckeran, daß dasselbe nur einstweilen bis zum Erscheinen eines größerenWerkes als Ersatz dienen solle. Ein zweiter Band desselben ist abernie erschienen; dagegen gab Vlack 1628 allein seine „Arithmeticalogarithmica“ in fol. heraus, die wohl diesen Ersatz bieten sollte;De Decker, dem das Verdienst zukommt, zum erstenmal auf demFestlande Briggssche Zahlenlogarithmen in Druck gegeben zu haben,erwähnt er hier mit keinem Worte.
Er stützt sich in diesem Werke auf die von Briggs in seiner„Arithmetica logarithmica“ gegebenen Methoden, die er eingangs an-führt, ergänzt zunächst die Lücke, welche Briggs in seinen Tafelnvon 1624 gelassen hatte, und gibt so, indem er auch die BriggsschenLogarithmen nur um 4 Stellen gekürzt wieder abdruckt, eine voll-ständige Tafel aller zehnstelligen Logarithmen der natürlichen Zahlenvon 1 bis 100000. Dieser Tafel fügt er aber noch den „Canon trian-gulorum sive tabula arteficialium Sinuum, Tangentium et Secantium“bei, welchen er mit Hilfe der ersten Tafel aus dem Thesaurus desPitiscus berechnet. Diese Tafel ist elfstellig und gibt die Loga-rithmen der trigonometrischen Funktionen in 6 nebeneinander stehen-den Spalten von Minute zu Minute mit Beifügung der ersten Diffe-
1) Vlack, Arithmetica logarithmica 1628. Einleitung. — 2) EingehendeUntersuchungen über Vlacks und De D eckers Schriften finden sich bei Glaisher,Pliilosophical Magazine V. 44. 1872 und 1873 und bei Bierens de Haan,Bulletino di Bibi, e di Storia. t. 6. 1873.