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Zweiter Teil. Von der Erfindung der Logarithmen bis auf die Gegenwart / von Dr. A. von Braunmühl
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1. Kapitel.

renzen. Jeder Grad umfaßt zwei Folio seiten, und die Tafel läuft bis45° und zurück. 1 ) Briggs bespricht Vlacks Werk in einem Briefevom 25. Oktober 1628 und führt an, daß davon 1000 Exemplare inlateinischer, holländischer und französischer Sprache gedruckt undbereits fast sämtlich verkauft worden seien. Dieser enorm rascheAbsatz findet seine Erklärung darin, daß ein Londoner BuchhändlerMiller einen großen Teil der Auflage aufkaufte und dann 1631 dieeinzelnen Exemplare mit einer englischen Vorrede versehen in seinemVerlage erscheinen ließ. 2 )

Noch ein zweites Werk ist aus Vlacks Feder hervorgegangen,dieTrigonometria artificialis sive magnus Canon triangulorum loga-rithrnicus, welches ebenfalls zu Gouda 1633 erschien. Der erste Teildieses Werkes ist jedoch nur ein wörtlicher Abdruck von Gelli-bran ds zweitem Buche derTrigonometria Britannica, was Vlackauch angibt, während der zweite Teil die Briggsschen Logarithmenvon 1 bis 20000 und die Logarithmen der Funktionen Sinus, Cosinus,Tangens und Cotangens von 10" zu 10" mit Angabe der Differenzenund auf 10 Stellen gibt. Daß dieses Werk fast gleichzeitig mit derTrigonometria Britannica erschien, ist wohl auf die Vermutung zu-rückzuführen, daß die in letzterem Buche gegebene zentesimale Grad-einteilung nicht den gewünschten Anklang finden werde, wie es that-sächlich auch der Fall war. 3 )

Durch die Herstellung dieser Tafelwerke und ihren buchhänd-lerischen Vertrieb hat sich Vlack ein unleugbares Verdienst um dieTrigonometrie, sowie überhaupt um die Verbreitung der BriggsschenLogarithmen erworben, denn auf ihnen fußen alle späteren Werkevon ähnlichem Charakter. Seine Nachfolger hatten auch thatsächlichnichts weiter mehr zu thun, als den Tafeln eine etwas bequemere Ein-richtung zu geben und die in ihnen enthaltenen Druck- und Rechen-fehler aufzusuchen und zu verbessern.

Wir erwähnten oben, daß Vlacks Arithmetica logarithmica 1628auch in französischer Sprache ausgegeben wurde; das beweist, daßauch in Frankreich das Bedürfnis nach den Logarithmen bereits vor-

1) Nach Angabe Glaishers, Report of the British Association for 1873,London 1874, 53 sind in dem Riesenwerke bis dahin 300 Fehler nachgewiesenworden, wenn man die Ungenauigkeiten der letzten Stelle außer acht läßt, eineListe derselben ist in denMonthly Notices of the R. Astronomical Society fürMai und Juni 1872 gegeben. 2) Cantor II, 2, 745. 3) Außerdem ver-

öffentlichte Vlack noch 1636 seine trigonometrischen Tafeln des ersten Werkesauf 7 Stellen gekürzt in 8° zu Gouda und 1661, 65, 66 zu la Haye, wo er eben-falls einen Verlag hatte. Das Werk von 1633 ist in zweiter Auflage in Peking

1721 herausgegeben worden. Vgl. Schoute, Notiz zur Geschichte der Loga-rithmentafeln. Mittl. der Hamburger mathem. Gesellschaft 1901, 54.