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Ueber Erziehung für Erzieher / von J.M. Sailer
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142
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- halb Begriff heißt, kann nie Eines wer-den weder mit dem Herzen, welches das un-begreifliche höchste Gut liebet, nochmit der Vernunft, die das unbegreifliches höchste Gut vernimmt.

Daraus erhellet aber auch wieder, wasich schon bey dem zweyten Gesetze der sittlichenEntwickelung erinnerte, wie man sich an demzarten Alter versündigte, wenn man diese ge-fühligen Wesen mit lauter moralische»Begriffen, Sentenzen, Pflichtge-boten (isvlirt von Religion), an ein übermo-falsches Gesetzjoch binden, oder vielmehr aufdie Lugendfolter spannen wollte.

Endlich kann man es sich daraus auch an-schaulich machen, wie sehr man sich an demzarten Alter versündigte, wenn man es, ohneGefühl für das Göttliche und Sittliche, wildaufwachsen und seinen Neigungen freyen >Spielraum liesse. Da würde bald der zarteBoden mit lauter Uukraüt bewachsen. und fürdie himmlische Pflanze der Tugend kein Plätz-gen mehr übrig gelassen sey».

Ich bitte aber mein vielwissendes Zeitalter,nicht' zu vergessen, daß es für den zarten Bo-den