B. Vorträge der Sektionssitzungen.
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Ganz auf den Lehren der Thermodynamik beruht umgekehrt dieGrundidee der neuesten Verbesserung in dieser Richtung, des Motorsvon Diesel.
Die Wechselbeziehungen der Wissenschaft zur Elektrotechnik zuschildern, hiefse offene Thüren eindrücken. Auch auf die Dienste, diesie dem Bauingenieurwesen geleistet hat, braucht nicht erst besondershingewiesen zu werden. Es genügt, die Namen Culmann, MaxwellCastigliano, Mohr zu erwähnen. Dafs die chemische Industriesozusagen ganz auf der chemischen Wissenschaft aufgehaut ist, wirdallgemein anerkannt. Bemerkenswert ist die neuerdings vollzogeneAbzweigung der Thermochemie und der Elektrochemie zu selbständigenDisziplinen und die fliegende Eile, mit welcher vor wenigen Jahrendie chemischen Abteilungen den Unterricht in höherer Mathematikeinführten.
Die Beziehungen der Technik zur Mathematik sind in ihrenBeziehungen zur Wissenschaft überhaupt schon enthalten, denn für dieTechnik handelt es sich überall um die Erkenntnis des Gesetzes nichtnur dem quäle, sondern der Zahl und dem Mafse nach. Sowie z. B.der Kaufpreis der Maschine auf einen Schilling oder Heller genau aus-bedungen wird, so kann sich der Techniker von Tag zu Tag wenigerdem Zwange entziehen, den Gütegrad, den Konsum seines Motors etc.etwa auf 1% genau zu garantieren. Wohl kommen für ihn unmittel-bar nur die Anwendungen der Mathematik zur Geltung; allein in diesensoll er sicher und selbständig sein. Sicher, wo es sich um Anwendungschon durchgearbeiteter Fälle handelt; selbständig, um die immerfort,auftauchenden, neuen Probleme bewältigen zu können. Deshalb isteine tüchtige Schulung auch in reiner Mathematik unbedingt erforder-lich. Die Anwendung der Mathematik seitens des in der Praxisstehenden Technikers besteht keineswegs im Einsetzen von Zahlen-werten in fertig vorgerechnete Formeln.
Die Überzeugung von der Notwendigkeit und Erspriefslichkeiteiner exakteren mathematischen Behandlung technischer Probleme durchden Ingenieur ist besonders unter der jüngeren Generation viel ver-breiteter, als dies manch älterer Fachgenosse zugeben möchte. Ander-seits ist auch die Befähigung zu solcher Thätigkeit unter den prakti-schen Ingenieuren heute in viel gröfserem Mafse vorhanden, als mandies vor einem Decennium vorausgesetzt hätte. Zu dieser Behauptunggelange ich auf Grund aufmerksamer Beobachtung der Praxis; sieführt uns dazu, auch die Frage des mathematischen Unterrichtswesensan den technischen Hochschulen zu erörtern, wobei ich indes vor-wiegend die Verhältnisse der Abteilung für Maschineningenieure und