B. Vorträge der Sektionssitzungen.
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nationalen Kommission redigiert wird, hat sogar schon einige Resultateihrer Wirksamkeit publiziert, die andere wird seit vielen Jahren vondem Herrn Oberbibliothekar 6. Valentin in Berlin zur Veröffentlichungvorbereitet. Ich werde mir jetzt erlauben, einige Notizen über diesezwei Unternehmungen zu geben.
I. Répertoire bibliographique des sciences mathématiques.
Die Initiative zu dieser Bibliographie ist von der „Société mathé matique de France “ ergriffen worden, und der Plan derselben wurde imAnfänge des Jahres 1885 entworfen.*) Die Bibliographie sollte diewissenschaftliche Litteratur des 19. Jahrhunderts verzeichnen, und dieTitel sollten streng systematisch nach dem Inhalte geordnet werden.Durch eine Kommission liefs die Gesellschaft darum einen sehr de-taillierten Entwurf zur Klassifizierung ausarheiten, welcher nach ge-bührenden Verbesserungen bei einer Versammlung in Paris 1889 fest-gestellt wurde.**) Die gesamte Mathematik ist in 23 Klassen eingeteiltworden; jede Klasse hat wieder eine Anzahl Abteilungen, diese meistwieder Unterabteilungen, sodafs die Anzahl aller etwa 2000 beträgt;für jede Abteilung giebt es eine besondere Signatur, die aus Buchstabenund Ziffern zusammengesetzt ist. Die bibliographische Arbeit wirdso ausgeführt, dafs die Titel auf Karten geschrieben werden, welchemit der betreffenden Signatur versehen sind, und wenn es nötig ist,werden Übersetzungen oder Erklärungen hinzugefügt. Um diese Arbeitauszuführen, wurde eine Kommission von 17 Personen gewählt; dieAnzahl der Mitglieder der Kommission ist später durch Kooptationvermehrt worden.
Um das eingesammelte Material dem gelehrten Publikum schnellerzugänglich zu machen, hat die Kommission besondere Mafsregelnergriffen. Je nachdem die Mitarbeiter die Titelkopieen einsenden, werdendiese nach den Signaturen geordnet, und wenn zehn Titel mit derselbenSignatur vorhanden sind, werden diese auf eine Karte gedruckt.***)Wenn 100 solcher Karten fertig sind werden sie herausgegeben; siebilden dann eine sogenannte „Série “ des Répertoire. Vier solcher
*) Siehe Eneström, Sur les bibliographies des sciences mathé-matiques. Biblioth. Mathem. 1890, S. 39 — 41.
**) Herausgegeben unter dem Titel: Index du Répertoire biblio-graphique des sciences mathématiques publié par la Commissionpermanente du Répertoire (Paris 1893, XTV u. 80 S. 8°).
*•*) Ausnahmsweise enthalten einige Karten nur neun Titel, wenn einige der-selben sehr lang sind.