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II. Teil: Wissenschaftliche Vorträge.
„Séries“ sind jetzt erschienen*) und der Druck der fünften „Serie“ ist baldbeendet. Aufserdem hat die Kommission im Manuskript noch mehreretausend Titel bereit. Wenn erst einmal das ganze Material gesammeltist, hat man die Absicht, das Repertoire in der Form eines Buchesherauszugeben.
Der Plan, welcher auf diese Weise entworfen worden und zumTeil auch zur Ausführung gekommen ist, hat ohne Zweifel viele Ver-dienste. Die Gewinnung von Mitarbeitern in den verschiedenen Ländernerlaubt, dafs die Bibliographie vollständiger werden kann, als wenn sievon einer einzigen Person ausgearbeitet wäre, und durch die allmählicheVeröffentlichung derselben auf Karten kann sie früher als sonst denForschem zugänglich gemacht werden; auch die ausführliche syste-matische Klassifizierung, an welcher viele Spezialisten teilgenommenhaben, mufs als ein entschiedenes Verdienst des Unternehmens hervor-gehoben werden. Jedoch zeigt der Plan der Bibliographie leider aucheinige Nachteile. Die vielen Mitarbeiter sind im allgemeinen nichtgeübte Bibliographen, es wird ihnen darum zuweilen schwer werden,beim Ausschreiben der Titel die gegebenen Anweisungen genau zubefolgen, und hierdurch entstehen notwendiger Weise gewisse In-konsequenzen; auch die Klassifizierung dürfte in vielen Fällen von denverschiedenen Mitarbeitern nicht nach einheitlichen Grundsätzen aus-geführt werden können. Die vier schon herausgegebenen „Séries“ zeigen,dafs man die Unvollkommenheiten des eingesammelten Materials beider Drucklegung der Karten nur schwer verbessern kann; Schreib-oder Druckfehler kommen auch ziemlich häufig vor.
Da ferner der Druck teils von der Einsendung der Titel abhängigist, teils erst dann besorgt werden kann, wenn zehn zu einer und der-selben Abteilung gehörende Titel vorhanden sind, so folgt hieraus,dafs man gar nicht weifs, wie vollständig die herausgegebenen „Séries“die Litteratur einer gewissen Klasse verzeichnen; es ist ja möglich,dafs sogar die wichtigsten Abhandlungen dieser Klasse noch nicht aufden Karten angezeigt sind.
Was die Anwendung der gedruckten Karten betrifft, so mufs be-merkt werden, dafs diese ziemlich leicht ist, so lange nur wenige„Séries“ herausgegeben sind, dafs sie aber um so unbequemer wird,je zahlreicher die Karten werden. Nun halte ich es für sehr wahr-scheinlich, dafs das Répertoire zuletzt etwa 100,000 Titel, alsoungefähr 10,000 Karten enthalten wird, und diese Karten würden ineinem Bücherschränke eine Länge von ungefähr 2 Metern ausfüllen.
*) Vgl. Biblioth. Mathem. 1895, S. 29; 1896, S. 118.