tz. 18. Großbritanniens Hei;- und Kochapparate. 75
die vollkommenste heraus und man darf sich recht wohl der Hoffnung hin-geben, daß es der Technik in nicht sehr ferner Zeit gelingen werde, die-selbe in weiter Verbreitung mit gleichen ökonomischen Vortheilen an dieStelle der Holz- und Steinkohlcnbeizung zu setzen, wie die Gasbe-leuchtung an die Stelle der Lampenbclcuchtung getreten ist. Sollte esgelingen Wasserstoffgas ohne bedeutenden Gehalt an Kohle billig darzu-stellen, so würde der Werth der GaSösen noch steigen, indem dann jedeGasabsührung überflüssig würde. Wie ganz anders muß es sich, wenneinmal diese Heizung eingeführt ist, in London leben, wo jetzt Neun-zehnthcile des Brennmaterials als Rauch von den so überaus schleckt undungesund eingerichteten Heiz- und Kochapparaten durch die Schornsteineabgeführt wird, um als schwarzer Nebel die Stadt zu bedecken. Manwird sich in die reinliche Zeit des ersten Eduard zurück verseht sehen, woin Folge einer Parlamentsaktc, die den Stcinkoblcnbrand in London zumVerbrechen machte, einer ihrer Bewohner, weil er dennoch Steinkohlenbrannte, gehangen wurde.
In der That hat diese Feuerung in London auch schon begonnen^kräftig Wurzel zu fassen und die GaSsabriken stellen bereits einen neunhaften Abschlag des Gases in Aussicht, welchen sie mit Vortheil werdeneintreten lassen können, sobald durch gleichzeitige Entstehung einer großenAnzahl von Gasheizungen ihr GaSabsatz sich auf ein Vielfaches seinerbisherigen Höhe wird erhoben haben.
Die Englischen Kochapparate kann man, wie die Heizapparate,in zwei Hauptabtheilungen Zerfällen, in die mit Sleinkoblenfeucrung unv diemit Gasfeuerung, denn auch zur Speisenbcreitung sängt man in Eng-land an, hie und da die Gasflamme zu benutzen. Den mit Steinkohlengefeuerten Kochapparaten ist ihre Abstammung vom Kamine, welche früherebenso ausschließlich zum Kochen wie zum Heizen diente, und von derniedern Klaffe in England jetzt noch allgemein dazu gebraucht wird, auf'sdeutlichste ausgeprägt. Der unvermeidliche Roastbeef bedingt ebenso uner-läßlich ein offenes Heerdfeucr. Dieses durch Vcrschiebbarkeit einer derSeitenwandungen des FeuerbecrdeS, dem größer» oder kleinern Bedürftnisse entsprechend, herzustellen, und hierdurch, sonne durch Anbringungvon Wasscrgefäßen oder Dampferzeugern, welche die Rückwand desFeuerhcerdcs bilden, die erzeugte Wärme vollständiger zu verengen, sinddie Grundgedanken in fast allen Verbesserungen, welche die Englischen Heerdsabrikanten in Anspruch nehmen. Dazu gesellt sich dann noch eineReihe verschiedener Konstruktionen von Bratspießen, Bratenwendern unddergleichen, welche der Engländer als höchst wichtige Apparate betrachtet.Die Englischen Kochheerde zeichnen sich somit mehr durch ihre solide Her-stellung, als durch wirthschastliche Einrichtungen aus. Sie sind meistenssehr gut gearbeitet, werden aber auch gut bezahlt. Heerdc, an welchensich kein Uebermaß von Schlofserarbeu, sondern nur das für die ver-schiedenen Behälter nöthige aber allerdings fleißig gearbeitete Beschlag