Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
102
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XXII. Klaffe. Metallwaaren.

noch etwas weniges glätter und weißer sein, um der Englischen voll-kommen gleich zu stehen.

Nr. 679. BenninghauS in Tbale unweit Quedlinburg liefertesehr schöne emaillirte Kochgeschirre; die intelligente Führung seinerWerke leuchtet auch aus diesen Fabrikaten hervor.

e. Oesterreich .

Nr. 431 u. 432. Von den Werken des Erzherzogs Albrecht K.H.in Trzinietz in österreichisch Schlesien und von Gebrüder Barth clemusund Bernardi aus Neu-Joachimsthal in Böhmen waren emaillirteKochgeschirre von ziemlich gleicher Qualität ausgestellt. Die Emaille istzwar sehr weiß, deckt aber nicht vollkommen; der Guß der Geschirre istgut. Die erzherzoglichc Gießerei hat auch die Parissche Emaille aufBlech angewandt, woraus wir später zurückkommen werden.

8- 24.

Glocken guß.

Das Gießen großer Glocken, welches früher als eine sehr schwie-rige und kunstvolle Arbeit betrachtet wurde, ist nach den Fortschritten, dieman im Guß der Metalle überhaupt gemacht hat, zu einer ziemlich ein-fachen Sache geworden. Man weiß, daß hinter den Geheimnissen,welche früher mit der Zusammensetzung der Glockenspeise gemacht wurden,nichts steckt, daß eine einfache Legirung von Zinn und Kupfer im Ver-hältniß von 1 zu 4 die beste Glockenspeise giebt, und daß man, umGlocken von bestimmten Tonintervallen zu bekommen, bei gleichem Me-talle, nur ihre Dimensionen in das umgekehrte Verhältniß zu setzen braucht,in welchen, die Anzahl der Schwingungen steht, die dem betreffenden Tonezukommen, daß mau also beispielsweise um 2 Glocken in die Quinte zustimmen, nur die eine im Verhältniß von 3 zu 2 kleiner als die anderezu machen, oder überhaupt bei jedem andern Toninkcrvall sich bezüglichder Größe nach den Schwingungszahlen zu richten hat, welche von derWissenschaft festgestellt sind.

Ebenso verhält cS sich mit der Form der Glocken; es hat sich all-mälig eine gewisse Normalsorm ausgebildet, welche allgemein angewendetwird; sie ist von Karmarsch in Prechtls technologischer Encyklopädie Artikel„Glocken" genau angegeben, wo man auch die Zahlenverhältnifse für dieStimmung findet. Durch Zusatz von Zink werden die Glocken viel wohl-feiler, aber weniger dauerhaft und wohlklingend; man kann deshalb ver-langen, daß eine Thurmglocke, die man gehörig bezahlt, nichts von diesemMetalle enthalte.

Mit der Glockengießerei gemeinschaftlich wird sehr häufig die soge-nannte Roth- und Gelbgießerei betrieben, nämlich die Darstellung derverschiedenen für den Hausgebrauch nothwendigen Gegenstände auö