Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 24. Glockenguß.

rothem oder gelben Messing. Als ächte Rothgüsse wären eigentlich nurdie aus Zinn und Kupfer bestehenden röthlichcn Legirungen zu betrachten,die siel) durch große Stärke auszeichnen, man nennt aber auch die kupfcr-rcichcren Segnungen von Zink und Kupfer Rotbgüsse, in welchen dierothe Farbe deS Kupfers noch vorschlägt, während man dann die zink -rcicheren Kupfcrlcgirungcn, die bis zu einer gewissen Höhe des Zinkge-Haltes ansteigen, Gelbgüsse nennt. Die Gelbgüsse enthalte): gewöhnlichauch etwas Zinn und Blei. Ersteres erhöht den Glanz, letzteres ver-mindert ihn, giebt aber der Legirung mehr Dehnbarkeit, so daß sie nichtso leicht springt. Da man die genannten Metalle in beliebigen Verhält-nissen lcgircn und eine große Anzahl verschiedener Färbungen und ver-schiedener Härtegrade des Metalls hervorbringen kann, so lassen sich nurallgemeine Angaben über die am meisten üblichen Mischungs-Vcrhältnissemachen. Der Gelbguß besteht aus ungefähr 30 Prozent Zink aus70 Kupfer. Sinkt der Zinkgchalt unter 25 Prozent, so fängt das Metallan eine röthliche Farbe zu bekommen. Durch Zusatz von Nickel werdendie Metall-Legirungen dauerhafter in der Politur, d. h. sie orydiren sichnicht so leicht; dieses Metall ist aber theuer uud wird deshalb meistensnur bei feineren Gegenständen angewendet. Zu Hähnen, Handgriffen,Beschlägen lind dergleichen nimmt man gewöhnlich das gelbe Messing.

Merkwürdig ist, daß die Bronzen des Alterthums, finde man sie nununter den Alterthümern Egyptcns oder im hohen Norde», insgesammtdas Verhältniß von l Zinn zu 9 Kupfer enthalten, welches das stärksteMetall giebt lind deshalb auch zu den Kanonen verwendet wird. Siescheinen alle von einem und demselben Ursprungsorte herzustammcn.

a. Engla n d.

Nr. 684. C. u. G. M ears aus London hatten 2 Kirchenglocken,wovon die größere 5 Fuß im Durchmesser, etwa 2^ Zoll Mctallstärkcam Anschlag und nur 28 Ecnrner Gewicht bat, ausgestellt, mit welchensie von der allgemein üblichen Form abgewichen sind, indem sie diejenige derGlocken auf den Zimmcruhrcn gewählt haben. Die Höhe beträgt ungefährein Drittel deS Durchmessers und die Haube ist ganz flach gedrückt. DieseGlocken sollen bei gleicher Schwere einen bedeutend tiefern Ton, als dienach der gewöhnlichen Form gefertigten geben. Zn England, wo mandie Glocken nur anschlägt und nicht schwingen läßt, ist diese Veränderunganwendbar, in Deutschland wäre dieselbe nicht zu gebrauchen. Der Tonder ausgestellten Glocke war angenehm und schien sehr stark, doch läßtsich, namentlich über die Stärke und Schallvcrbrcitung, nichts mit Sicher-heit sagen, wenn die Glocke nicht auf einem Thurme hängt, und ihrenSchall in's Freie sendet. Die Jury hat für diese Glocke die Prcismedaillcertheilt.

Nr. 798. Warner u. Söhne von London hatten einige größereKirchenglocken gewöhnlicher Form und Komposition und die in der 1. Klasse