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tz. 28. Britische Schlosscrarbcitcn.
DaS Princip ist denr Bramahsche» Schlaffe entnommen; statt der in der Rich-tung deS Schlüssellochs gehenden Stahlblättchcn Von Bramah hat Cottcrill Riegel,welche radial ans dem Schloßbleche liegen, durch schraubenförmig gewundene Fcder-chen gegen den Schlüffeldorn gehalten, von den, schräg eingefcilten Schlüffelrohr aberkeitartlg nach außen gedrückt werden, indem sie ebenfalls nach innen zu schräg abge-feilt sind. Die schrägen Flächen am Schlüffclrohr und den Riegeln sind so gerichtet,daß jeder von diesen so weit hinausgeschoben wird, daß er durch einen querüber an-gebrachten Einschnitt genau in Rapport mit einer kreisförmigen Rinne kommt, inwelcher sich die Segmente eines darauf liegenden Deckels befinden, die sich natürlichnur umdrehen können, wenn die Riegel nicht im Wege stehen. Mit der Umdrehungdieses Deckels wird die Bewegung des Riegels und seine Festhaltung bewerkstelligt.Für diese immcrhin sinnreiche Einrichtung ist die Preismedaille ertheilt worden. DasSchloß ist übrigens komplizirt und wird theuer zn stehen kommen, da es eine sehrgenaue Arbeit verlangt. Gegen die einfachere Bramahsche Konstruktion hat es einzigden Borzug, daß man den Schlüssel dabei leichter von beiden Seiten kann wirkenlassen, Hobbs würde ohne Zweifel auch dieses Schloß öffnen.
Ein Schloß, an welches er sich aber nicht wagen wird, hat unter Nr, 6tilCartwright ans Leek ausgestellt; dasselbe schießt mittelst eines verborgenen Pistolsden unberufenen Erösfner ohne Weiteres todt, zum warnenden Erempel für alle Diebe!Trotz dieser genialen, wenn auch noch nicht ganz allgemeinen Lösung des vortrefflichenProblems, das Verbrechen auf mcchanischem Wege i» llaxranti abzustrafen, undsolcherweise die Menschheit von gemeinschädliche,> Dieben, Zuchthäusern, Eriminal-GerichtShöfen und Advokaten durch Maschinen zu befreien, ist diesem Rachcschlosse,das zufällig auch seinen Eigenthümer morden könnte, doch keine Anerkennung zuer-kannt worden, und dem Erfinder bleibt nichts übrig, als sich mit den, Loose so man-cher großen Männer zu trösten, deren Verdienste erst die Nachwelt anerkannt hat,
c, Geldschränke,
Nr, 5lO, William Marr von London hatte einen kolossalen feuersichcrnSchrank von beiläufig 5 Fuß Tiefe und Breite und 7 Fuß Höhe ausgestellt; diedoppelte Wandung sammt Füllung einen halben Fuß dick, das Innere niit Maha-goni ausgebaut. Die Arbeit an diesem Stücke ist sehr solid und zeichnet sich wesent-lich durch die aufgewendeten Massen aus. Der Aussteller rühmt es als einen Vor-theil bei den feuersicher» Schränken, wenn sie recht schwer sind, indem sie dann beieinem Brande, sobald die Gebälke vom Feuer ergriffen sind, solche durchdrücken, dieandern Gebälke durchschlagen und bis auf den Grund niederstürzen, wo sie das Feuerweniger angreift. Die Jury, in ihrer Mehrzahl das Gewicht dieses Grundes, oderauch den Grund dieses Gewichtes anerkennend, ertheilte für die Arbeit die Preis-Medaille,
Nr, 506, John Leadbeater aus London hatte einen, außen 4 Fuß breiten,3; Fuß tiefen und 6 Fuß hohen Schrank mit 2^ Fuß hohem schweren Aufsatz aus-gestellt, welcher nach dem gleichen Prinzipe, wie derjenige von Marr, konstruirt ist.Er benutzt in. Innern nur 4 Fuß Höhe, 2 Fuß Breite und Fuß Tiefe, hat also1 Fuß dicke Zwischenwandungen, Dadurch sind allerdings die im Innern befindlichenGegenstände vor der Einwirkung des Feuers sehr geschützt; man kann aber Allesübertreiben und dies möchte wohl auch hier bezüglich der Wandungen geschehen sein.In dem kolossalen Gehäuse ist außerordentlich wenig Raum, der jedenfalls dem Be-dürfnisse eines größeren Bankhauses nicht entsprechen würde. Dagegen ist die Arbeitsolid und die Konstruktion so eingerichtet, daß an dem Schranke, wenn er verschlossenist. mir Brecheisen nicht wohl anzukommen ist. Die Jury hat dafür eine Belobungerkannt.
Nr, 503, William Longsield von Otleh hatte eine in einen gußeisernenKasten versenkte Geldkaffc mit Schiebladen ausgestellt, welche, damit die Schieb-