Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
121
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8. 29. Deutsche Schmied- und Schlosser-Arbeiten. 121

Dieselben nehme» nur den halben Raum ein wie Spitzbälge. Die Fcldschmiede kannzerlegt werde» und ist für Auswanderer bestimmt.

Nr. 346. Henry und John Löwe aus Birmingham hatten eine vollständigeSammlung von Sattlerbeschlägen, theils für den inländischen Markt, theils für«Ausland bestimmt, ausgestellt. Sie sind meistens von Eisen und Stahl, lackirt, ver-rinnt, versilbert oder vergoldet. Was für den Aincrikanischcn Markt bestimmt ist,hat sehr phantastische Formen und ist reich vergoldet, auch viel massiver als das fürden heimischen Gebrauch bestimmte. Die Kumnitstangcn, Kammdcckelbcschlägc, Zaum-stangen u. s. f. sind durch Scnlptur, die oft nicht vom besten Geschmack ist, verziert,an den Sporen sind ungeheure Räder. Bei der Darstellung solcher Waaren gehtder Plattirung immer die Berzinnung voran, auf welche das Metall Paffend aufge-setzt und aufgeschmolzen wird.

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Deutsche Schmied- und Schlosserarbeiten.

Mit Schmied- und Schlofferwaaren hatte der Zollverein die Ausstcllnng ziemlichstark beschickt ; wir zählten 2l> Aussteller, welche dieser llnterabtbcilung der XXII. Klaffeangehören. Viele von ihnen haben sich auch mit Schneidwerkzeugen betheiligt: beieinigen waren diese, bei anderen die eigentlichen Schmied- und Schlosserarbeiten vor-wiegend; wir habe» hier vorzugsweise mit den letzteren zu thun.

Diese Aussteller sind, gegenüber den Englischen, in zweifacher Weise sehr imNachtheil gewesen. Wie man überhaupt in Deutschland der Ansicht war, bei einervon England veranstalteten Gewerbe-Ausstellung werde hauptsächlich nur der kom-merzielle Moment hervortreten und Alles, was aus eine Prunkschau berechnetsei, keine Geltung finden; so ließen sich besonders die Deutschen Eisenwaarcn-Fabrikantcn angelegen sein, nur mit ihrer kurrenten Waare in der Ausstellung zuerscheinen. Dabei verwendeten sie nichts auf eine geschmackvolle Anordnung undStaffage, und so sah in der That die Deutsche Eisenwaaren-Ausstellung ganz demKramladen eines stark beschäftigte» Eisenhändlers gleich. Die Aussteller von Bir-mingham und Wolverhampton dagegen legten unaufgefordert bedeutende Summenzusammen, m» das ihnen eingeräumte Quadrat wahrhaft prnnkhaft auszuschmücken:ihre Waaren hatten sie eigenhändig entweder an den Wandungen zu symmetrischenFiguren aufgebaut, mit vergoldeten Inschriften versehen, in polirten zum Theil mitgroßen Spiegelscheiben verschlossene» Rahmen oder Schränken auf farbigem Tuch-grunde befestigt, oder ebenso gelegt in horizontalen, in gleicher Weise ausgerüstetenSchaukästen ausgestellt. Dabei hatten sie, wo es nur immer anging, ihre Waaren,auch die gewöhnlichern, aufs Feinste polirt, und in der Anordnung dafür gesorgt,daß glänzende und matte Gegenstände oder Flächen auf eine den Effekt erhöhendeWeise mit einander abwechselten. Ein sehr großer Theil ihrer Ausstellung bestandaus Gegenständen, wie sie nicht in den allgemeinen Handel kommen, und wennman das Eine oder Andere davon kaufen wollte, so erhielt man zur Antwort, daßsolche Waare nicht um die kurrenten Preise könne abgegeben werden. Die Preisewaren aber nicht angeheftet, durften sogar nicht angeheftet werden, und so beurtheiltedie Mehrzahl der Beschauer die Leistungsfähigkeit der Aussteller nur nach demSchaueffckte, den ihre Waaren machten, und dies geschah nicht blos von Leuten,deren ungünstiges Urtheil gleichgültig hinzunehmen ist. Wie schwer es deshalb hielt,für die für den großen Markt und reu minder vermögenden Konsumenten gefertigte,zum Theil unscheinbare, durch die einen niedern Verkaufspreis zulassende Einfachheitaber dennoch verdienstliche Waare die gehörige Anerkennung zu finden, läßt sich denken,