Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXII. Klasse. Metallwaaren.

und es möchte dieser Vorgang als eine Mahnung für Jeden hinzunehmen sein,daß er entweder eine Ausstellung mit seinen Waaren gar nicht beschickt, oder aberdie nöthige Mühe und Kosten nicht scheue, um derselben die möglich vorlheilhaftesteVollendung, Ausrüstung und Staffage zu geben. Wir sind auf einem Kulturzustandeangelangt, auf welchem der Geschmack gebieterisch semen Tribut verlangt, und werdiesen nicht abstattet, selbst wenn er einen Amboß ausstellt, wird nicht nur vorn all-gemeinen Urtheil, sondern sogar von Manchem, der die Sache niit der Gelehrten-brille betrachtet, zu den Barbaren klassistzirt. Indem aber solche Gelegenheiten denFabrikanten veranlassen, im Aeußeren seine Erzeugnisse zu raffiniren, sind sie sehroft die wohlthätige Quelle nutzbringender Fortschritte, und es ist gewiß keines derkleinsten Verdienste, welches in der Londoner Industrie-Ausstellung liegt, daß sie schonbei der Darstellung der auszustellenden Güter manchen neuen Gedanken geweckt,manchen nützlichen Fortschritt veranlaßt und ein mannigfaches Streben herbeigeführthat, auch durch Veredlung des minder wesentlichen Aeußeren den schuldigen Beitragzur fortschreitenden Kultur der Menschheit zu liefern, in welcher der Schönheitssinnvon so wesentlichem Einfluß ist. In dieser Richtung noch mehr voranzugehen unddabei zugleich unausgesetzt die gute Qualität und zweckmäßigste Form anzustreben,möchten wir unseren Fabrikanten von Stahl- und Eisenwaaren ganz besonders an-rathen. Sie mögen sich die ausgestellten Prachtarbeiten ihrer Konkurrenten immerhin,wenn nicht zum Muster, doch zur Belehrung nehmen, und sie werden Manches davonanwenden und großen Nutze» hieraus ziehen können.

1. Preußen.

Die Fabrikation von Schmied- und Schlofferwaaren für inländischen und Er-portvertrieb wird, wie bekannt, im Zollverein hauptsächlich in Rheinpreußen, in Rem-scheid und der Umgegend, ini größeren Maßstabe betrieben. Man schlägt die dortigeFabrikation auf jährlich 5 bis 6 Millionen Thaler an. Einen zweiten Mittelpunktfür die Fertigung von Stahl- und Eisenwaaren bildet das ebenso bekannte Solingen ,wo aber hauptsächlich Schneidwerkzeuge gefertigt werden. Weiter sind noch in denGebirgen des Hcrzogthums Berg und der Grafschaft Mark einzelne Orte, wo diehierher einschlagenden Gewerbe Wurzel gefaßt haben. Außerdem wird aber auch inanderen Provinzen die Schmiederci und Schlosserei mit Erfolg in größerem Maß-stabe betrieben.

Nr. 632. Huth und Comp. zu Hage», in der Grafschaft Mark , hatten zweiAmboßc mit zwei Hörnern und einem Horn, einen Horn-Amboß, mehrere zum Theilsehr starke Schraubstöcke, sowie eine Partie Feilen und andere Schneidwerkzeuge aus-gestellt, die hier nicht zur Beurtheilung kommen.

Die Amboße und Schraubstöcke waren, soweit nach dem Ansehen beur-theilt werden kann, völlig tadellos. Die Amboße hatten sehr zweckmäßige For-men und stehen den Englischen völlig gleich; die Schraubstöcke hatten den wesent-lichen Vortheil einer besseren Packung am Gelenke vor den Englischen voraus. DieJury erkannte hier eine Belobung, was wir den Amboßen von Keep und Watkinsund von Armitage gegenüber nicht als genügend erachten können.

Nr. 623. Johann Elias Blcckmann von RonSdorf hatte polirte Amboßeund Hämmer für Flaschner und Kupferschmiede ausgestellt, welche ebenfalls mit denEnglischen in die Schranke» treten konnten. Sie erhielten eine Belobung.

Nr. 652. Funke und Huck in Hagen hatten mehrere Schraubstöcke, Schrau-benschlüssel und einige Karten mit Holzschrauben ausgestellt. Wir müssen besondersdie dauerhafte Konstruktion per Schraubstöcke hervorheben. Im klebrigen ist dieganze Ausstellung als gute und billige Haudelswaare zu bezeichnen.

Nr. 645. Carl As deck und Comp. in Hagen hatten recht zweckmäßig undgut konstruirte Parallelschraubstöcke, dabei auch einen Schlosser-Amboß und einigeHufeisen ausgestellt, eine für solche Artikel etwas zu kleine Sammlung.