§. 29. Deutsche Schmied- und Schlosser-Arbeiten. 123
Nr. 638. Dreyse und tzollenb lisch in Sönimerda hatten sehr gut gear-beitete Eisen- und Kupferniete, letztere kalt gefertigt, ausgestellt. Die eisernen Nietewaren sehr gleichförmig, glatt und gut geköpft, auch die Knpferniete, welche Vielefür gegossen hielten, waren recht gut. Die Preismedaille wurde dieser Ausstellungzuerkannt.
Nr. 630. Hilger und Söhne, Luckhaus und Günther, P. E. Luck-haus und Coinp. und Joh. Beruh. Hasenklevcr und Söhne von Remscheid hatten zusammen ei» vollständiges Sortiment Remscheiver Waaren ausgestellt. Auchabgesehen von den Schneidwerkzeugen muß diese Ausstellung sowohl wegen ihrerVollständigkeit, als wegen der Wohlfeilheit verhältnißmäßig guter Waare gelobtwerden. Namentlich bei den Schlössern stnd sowohl die älteren als die neuerenKonstruktionen angewendet, und auch bei letzteren die Preise äußerst billig. Eswäre zu wünschen, daß die neuen Amerikanischen Schlösser von Day und Newellund die von Jennings (Arrowsmith) ebenfalls in die Rcmscheidcr Fabrikationübergingen, für welche sie sich vorzugsweise eignen würden. Ein Etablissement, wel-ches die Bestandtheile auf der Stanzpresse verarbeitete, könnte Hunderte von Haus-arbeitern, welche fertig machten, beschäftigen. Von Tage zu Tage wachsen die An-sprüche auch beim niederen Konsumenten, wie von Tage zu Tage auch die Etablisse-ments, welche feinere Waaren machen, dieselbe billiger herstellen lernen; es müssendeshalb anch diejenigen, welche sich die Herstellung billiger Waare zur wesentlichstenAufgabe machen, die thunliche Veredlung ihres Fabrikates sich angelegen sein lassen.Die Ausstellung von Hilger und Söhne und deren drei Mitaussteller hat die Preis-medaille erhalte», die sie ohne Zweifel zu weiteren Fortschritten ermuntern wird.
Nr. 646. P. L. Schmidt aus Elberfeld hatte neben Schneidwerkzeugen einegrößere Reihe verschiedener Eisenwaaren, worunter besonders Feilkloben, Hämmer,Zangen, Mauerkellen, Fuchsfallen, Schlittschuhe hervorzuheben sind, ausgestellt — diebekannte Handelswaare. Sie wurde belobt.
Nr. 65l. Joh. D. Schmidt ju n. in Sprockhövel hatte eine sehr vollständigeAusstellung an Schlössern und Werkzeugen beigebracht, sämmtlich gewöhnliche Han-delsartikel. Wir bedauern, daß dieses Haus nicht auch einige mit besonderer Sorg-falt angefertigte Gegenstände geliefert hat, um auch seine höhere Befähigung nach-zuweisen, an welcher zwar nicht zn zweifeln ist, welche aber bei einer Beurtheilung,welche sich streng an das Gegebene halten muß, nicht präsumirt oder wenigstensnicht in die Waagschale gelegt werden kann.
Nr. 215. W. und L. Dreusicke von Neu-Ruppin , der eine ein Schreiner,der andere ein Schlosser, hatten einen gut gearbeiteten Sekretair ausgestellt, in wel-chem sich eine sehr fleißig gearbeitete kleine Geldkaffe befand. So klein der Gegen-stand ist, so finden wir wegen des daran entwickelten Fleißes doch für angemessen,ihn zu erwähnen.
Nr. 196. H. Kolesch aus Stettin hatte einen eisernen Geldschrank von sehrsolider Einrichtung, mit guten Schlössern und mehreren Veriercn oder Sekrets ver-sehen, ausgestellt, dem die Jury eine lobende Erwähnung zuerkannte.
Nr. 189. I. I. Ar »heim, Hofschloffer von Berlin , hatte einen großeneisernen Geldschrank mit doppelten Wandungen, Verirren, verborgenen und mit ver-steckten Vcrschließungen versehenen Fächern ausgestellt, welcher allgemein gefiel. Wäh-rend dieser Schrank eine große Sicherheit, sowohl gegen Feuersgefahr, als gegenDiebe gewährt, beurkundete er eine durchaus fleißige, pünktliche Arbeit und einenguten Geschmack, so daß man den Arnheimschen Schrank höher als die Englischen,und den Belgischen Geldschränken gleichstehend betrachten kann. Der Aussteller,welcher bedeutende Werkstätten hat, fertigt solche Schränke gewöhnlich in sechs ver-schiedenen Größen von 2^ Fuß hock, 2 Fuß breit und 21 Zoll tief bis zu 5^ Fuß